Kommentar

PTA verdienen mehr Carolin Bauer, 25.05.2018 14:41 Uhr

Berlin - In Apotheken werden händeringend Fachkräfte gesucht. PTA sind Mangelware. Das Gehalt dürfte für Berufseinsteiger und ausgebildete Fachkräfte ein Grund sein, dem Arbeitsplatz Offizin fernzubleiben. Die anstehenden Tarifverhandlungen zwischen Adexa und den Arbeitgebern könnten für beide Seiten Gewinn bedeuten. Ein Kommentar von Carolin Bauer.

Die nächste Tarifrunde steht an: Vielleicht schon ab Sommer müssen Apotheker ihren Angestellten vermutlich höhere Gehälter bezahlen. Klar ist: Den PTA steht mehr Geld zu. Weder das tarifliche Einstiegsgehalt von knapp 2000 Euro brutto noch die rund 2500 Euro für langjährige Mitarbeiter, honorieren die erbrachten Leistungen – weshalb viele Chefs übertariflich bezahlen. Denn PTA sind weit mehr als nur Verkäufer, sondern tragen in Beratung und Rezeptur eine große Verantwortung. Warum aber sollten junge Schulabgänger die anstrengende und oft teure Ausbildung in Kauf nehmen? Und warum sollen sie nicht nach einigen Jahren in die besser zahlende Pharmaindustrie wechseln?

Weil viele PTA den Kundenkontakt schätzen und mit Leidenschaft in der Rezeptur stehen. Diese Liebe zum Beruf lässt zahlreiche Mitarbeiter über die mäßige Bezahlung hinwegsehen. Die Arbeitgebervertreter sollten sich bewusst sein, dass ohne die fleißigen Angestellten kein Betrieb funktionieren würde.

Schon lange klagen Inhaber über den anhaltenden Fachkräftemangel. Stimmt der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) einer deutlichen Gehaltserhöhung zu, profitieren die Apotheken vor Ort. Denn nur mit motivierten Mitarbeitern lässt sich ein Betrieb erfolgreich führen. Die Arbeitgeber werden sich jedoch womöglich auch in diesem Jahr eher zugeknöpft zeigen. Denn angesichts der wirtschaftlichen Lage vieler gerade kleinerer Apotheken auf dem Land, dürfte auf der anderen Seite die Luft und die Bereitschaft für ein ordentliches Lohnplus kaum gegeben sein.

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