Apothekenhonorar

Adexa: „Mit dem Hintern eingerissen“ APOTHEKE ADHOC, 31.08.2015 15:07 Uhr

Berlin - Apothekenmitarbeiter müssen womöglich länger auf die nächste Gehaltserhöhung warten: Ohne vorherige Anpassung des Fixhonorars gehe nichts, hatte Theo Hasse, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken (ADA), zuletzt deutlich gemacht. Derweil hat die ABDA erklärt, sich anstelle des Honorars zunächst auf eine bessere Vergütung von Rezepturen, Betäubungsmitteln (BtM) und Notdiensten zu konzentrieren. „Extrem frustrierend“, findet das Tanja Kratt, Leiterin der Adexa-Tarifkommission.

Die Tarifverhandlungen zwischen Adexa und ADA waren Mitte August ohne Ergebnis vertagt worden, weil die Arbeitgeberseite von ihren Mitgliedern kein Mandat für Gehaltserhöhungen erhalten hatte. Der ADA machte deutlich: „Ohne Bewegung in der Politik wird es keine Tariferhöhung für Apothekenmitarbeiter geben können.“

Kratt kann das nicht nachvollziehen: „Fakt ist, dass die Apotheken insgesamt mit einer Erhöhung des Apothekenhonorars um 100 Millionen Euro rechnen können.“ Dazu komme ein Umsatzplus von 9,2 Prozent bei den OTC-Mitteln und steigende Einnahmen aus dem Nacht- und Notdienstfonds, so Kratt mit Blick auf Zahlen der Treuhand zum ersten Halbjahr 2015.

Die Adexa-Verhandlungsführerin ist überzeugt, dass es Spielraum für Gehaltserhöhungen gibt. „Sonst würde man nicht von den Forderungen zurücktreten“, gibt Kratt zu bedenken. „Offenbar ist die Situation so gut, dass die ABDA kommuniziert, sie wolle aktuell keine Erhöhung der Fixpauschale mehr fordern.

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