Einkommensstatistik

PTA entkommt nur knapp der Armut Lothar Klein, 23.06.2017 10:44 Uhr

Berlin - Seit Juni erhalten die Mitarbeiter in Apotheken 2,5 Prozent mehr Gehalt. Das Tarif-Monatsgehalt einer Vollzeit-PTA steigt damit auf 2017 Euro. Für eine unverheiratete PTA bleiben davon netto nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen 1400 Euro. Eine Alleinstehende mit einem Kind hat nach 40 Arbeitsstunden in der Wochen 1450 Euro netto im Portemonnaie. Damit kann man zurecht kommen, aber keine großen Sprünge machen. Denn das Nettogehalt liegt nur 200 Euro über der Armutsgrenze.

Die Wirtschaft in Deutschland brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt – trotzdem ist die Armut in Deutschland nach Berechnungen des Paritätische Wohlfahrtsverbands auf einem historischen Höchststand. Die Armutsquote liegt bei knapp 16 Prozent – das bedeutet, dass 12,9 Millionen Menschen hierzulande arm sind. Auch wenn eine PTA mit ihrem Monatsgehalt über der Armutsgrenze liegt, gilt das nur für eine Vollzeitbeschäftigung. Bei einer Teilzeitstelle ist der Absturz in die Armut vorprogrammiert. Und bei PTA ist Vollzeit nicht die Regel: Nur 41 Prozent arbeiten laut Adexa 40 Stunden oder mehr.

„Die wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich schon lange nicht mehr in einem Sinken der Armut nieder“, kritisierte Verbandsgeschäftsführer Ulrich Schneider. Das Ruhrgebiet und Berlin sind besonders betroffen. In Ostdeutschland sinkt die Armutsgefährdung, in den meisten westdeutschen Bundesländern ist sie dagegen gestiegen.

Aber wer gilt als arm in Deutschland? Der Paritätische Wohlfahrtsverband beruft sich auf den relativen Einkommensarmutsbegriff, den auch offizielle Statistiken verwenden. Demnach sind Menschen arm, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. Zugrunde liegt dabei „das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes, inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, anderen Transferleistungen oder sonstigen Zuwendungen.

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