Reaktion auf GKV-Papier

Adexa bietet Apothekern Schulterschluss APOTHEKE ADHOC, 07.06.2018 10:24 Uhr

Berlin - Massive Kritik am vom GKV-Spitzenverband verabschiedeten Positionspapier übt auch die Apothekengewerkschaft Adexa. Eine Beibehaltung des Rx-Versands aus dem Ausland vernichte Arbeitsplätze und trage zum Apothekensterben bei. Gewerkschaftschef Andreas May fordert mehr Engagement von den Standesorganisationen und bietet einen gemeinsamen Schulterschluss an.

Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands hatte gestern ein Positionspapier mit dem Titel „Neuordnung der Apothekenstrukturen und -vergütung“ einstimmig beschlossen. Als Vorlage für das Positionspapier diente das vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte 2hm-Honorargutachten. Die Kassen fordern gravierende Einschnitte beim Apothekenhonorar. Ein Verbot des Rx-Versandhandels sei „nicht gerechtfertigt“. Stattdessen müsse „eine weitere Flexibilisierung“ erfolgen. Die Adexa wertet diese Forderung als einen Angriff auf das Fremd- und das eingeschränkte Mehrbesitzverbot. Sie sieht die „Interessen von Patienten und Angestellten in Gefahr“ und fordert mehr Engagement von den Standesorganisationen.

Die Kassen halten die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln für gesichert, auch ein „Apothekensterben“ könne nicht bestätigt werden. Das sieht die Gewerkschaft völlig anders: „Etliche Kammerbezirke aus Flächenländern berichten, dass Landapotheken zugrunde gehen, vielleicht nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen“, so ihr Vorsitzender Andreas May. „Viele Inhaber finden keine Nachfolger mehr. Dann ist schnell ‚Schicht im Schacht‘.“ Die Apothekenberufe hätten bei Jugendlichen an Attraktivität verloren.

Es sei falsch, dass Versender die Leistungen von Vor-Ort-Apotheken einfach übernehmen könnten, betont May. „Patienten benötigen neben der individuellen Beratung viele Arzneimittel in kurzer Zeit. Da hilft der Versand recht wenig.“ Im Nacht- und Notdienst seien vielleicht bald noch längere Strecken zurückzulegen. „Ältere Menschen ohne eigenes Auto und ohne Familie haben dann ein großes Problem.“ Auch die Annahme, dass Rabatte auf verschreibungspflichtige Arzneimittel keine Arbeitsplätze vernichten würden, weist die Adexa zurück. „Der oft genannte Effekt, bestehende Apotheken würden einfach größer und hätten mehr Jobs, entpuppt sich als Trugschluss, sobald signifikant mehr Patienten ihre Rezepte jenseits unserer Grenzen einlösen. Damit stehen Angestellte und Arbeitgeber gleichermaßen mit dem Rücken zur Wand.“

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