GKV-Spitzenverband

Kassen wollen Apotheken um eine Milliarde Euro schröpfen Lothar Klein, 01.06.2018 16:49 Uhr

Berlin - Mitten in die politische Diskussion über die Zukunft des Rx-Versandverbots und eine Neuordnung des Apothekenhonorars platzen die Krankenkassen mit einem Positionspapier zur Zukunft der Apotheken heraus. Darin fordert der GKV-Spitzenverband eine Kürzung des Apothekenhonorars um eine Milliarde Euro und wiederholt seine Forderung nach Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbots sowie seine Ablehnung eines Rx-Versandverbots.

Der GKV-Spitzenverband will das Papier mit dem Titel „Neuordnung der Apothekenstrukturen und -vergütung“ am kommenden Mittwoch auf seiner Verwaltungsratssitzung verabschieden. Das Papier stammt dem Vernehmen nach ursprünglich aus dem Lager der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Die Arzneimittelversorgung erfolge heute „sicher und flächendeckend“, heißt es darin. Allerdings dominierten die „althergebrachten Apothekenstrukturen“ unverändert. Der Entwicklungsstillstand lasse damit die Chancen von innovativen und flexibleren Ansätzen in der Versorgung weitgehend ungenutzt. „In Zeiten einer zunehmenden Digitalisierung müssen neue Wege in der pharmazeutischen Versorgung eröffnet werden. Die vorhandenen Potenziale ungenutzt zu lassen oder gar einzuschränken, würde einen Rückschritt bedeuten“, so das Papier.

Mit dem Arzneimittelversandhandel seien die starren Strukturen im Apothekenbereich ansatzweise geöffnet und damit die Versorgung vor allem für mobilitätseingeschränkte Patienten, aber auch in strukturschwächeren Regionen erheblich erleichtert worden: „Diese Erleichterung durch ein Versandhandelsverbot zurückzudrehen, ginge in die falsche Richtung. Stattdessen muss eine weitere Flexibilisierung erfolgen, um die Arzneimittelversorgung der Versicherten in Deutschland auch in Zukunft mit hoher Qualität und wirtschaftlich effizient sicher zu stellen.“

Tatsächlich habe sich gezeigt, dass im Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhebliche Wirtschaftlichkeitsreserven bestünden. Eine leistungsgerechte Vergütung und Flexibilisierung der Versorgungsstruktur bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln sei vor diesem Hintergrund überfällig. Insbesondere böten sich wettbewerbliche Instrumente an, um diese ökonomischen Ressourcen der Versichertengemeinschaft zugute kommen zu lassen. In den letzten Jahren hätten vor allem Honorarforderungen der Apothekerschaft und weniger die Verbesserung der Patientenversorgung im Vordergrund gestanden. Mit dem Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sei eine seit Langem notwendige Transparenz geschaffen worden. „Auf dieser Grundlage sind die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass innovative Versorgungslösungen zugelassen und bei der Vergütung die Leistungsgerechtigkeit sichergestellt werden können. Die Zielsetzung einer Neuausrichtung der Versorgung mit Arzneimitteln muss patientenorientiert sein“, so der GKV-Spitzenverband.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Tschechien

Tschechiens Gesundheitsminister muss nach Corona-Fehlverhalten gehen»

Impfzentren geplant

BMG bekräftigt: Corona-Impfungen voraussichtlich Anfang 2021»

Pharmazeuten machen Abstriche

Coronatests in der Apotheke – die Schweiz macht‘s vor»
Markt

Versandapotheken

DocMorris wirbt für Online-Ärzte»

Kalifornien

US-Gericht lehnt Berufung von Bayer in Glyphosat-Verfahren ab»

Digitale Gesundheitsanwendungen

Mit App gegen Kopfschmerzen und Tinnitus»
Politik

Positiver Test

Auch Spahns Ehemann mit Corona infiziert»

Cluster statt Einzelfall-Verfolgung?

Ärzte-Verband: „Haben die Kontrolle nicht verloren“»

Stärkstes Wachstum seit 1994

Destatis: Apotheken dank Corona „durchaus erfolgreich“»
Internationales

Wegen drohender Opioid-Strafen

Walmart verklagt US-Regierung»

Opioid-Epidemie in den USA

Oxycontin: Purdue schließt Milliarden-Vergleich»

Pharmakonzerne

Takeda baut in Österreich»
Pharmazie

Nicht nur ACE-2

Neuropilin: Zweiter Eintritts-Rezeptor für Sars-CoV-2»

Wirksam gegen Viren, Bakterien und Pilze

Laryngomedin: Erste Octenidin-Lutschtablette»

Desoxycholsäure gegen Subkutanfett

Kybella: Doppelkinn einfach wegspritzen»
Panorama

Alte Apotheke Bottrop

Zyto-Skandal: Pfusch-Apotheker will Approbation zurück»

Welttag der Menopause

Wechseljahre: Offene Kommunikation hilfreich»

„Zetteltrick“

Lünen: Diebinnen geben sich als Botendienst aus»
Apothekenpraxis

adhoc24

Neustart bei Pro AvO / Reinhardt vs. Lauterbach / Corona-Gewinner Apotheken»

Positiver Test

Spahn mit Corona, Ministerium im Krisenmodus»

Lieferengpässe

Apothekerverband: Kein Austausch bei Grippeimpfstoffen»
PTA Live

Lokalanästhetika mit Klümpchenbildung

Rezepturtipp: Polidocanol»

Mikronährstoff-Stiefkinder

Wofür ist eigentlich Mangan?»

Schutzmaßnahmen und Zukunftssorgen

Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter»
Erkältungs-Tipps

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»

Erkältung in Corona-Zeiten

No Go: Husten als Stigma»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»