Geplante Honorarreform

Spahn streicht Großhandelsrabatte zusammen Alexander Müller, 14.06.2018 10:29 Uhr

Berlin - Im Herbst will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Gesamtpaket zur Reform der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) und eine Lösung für den Versandhandel präsentieren. Die Honorarreform könnte die Apotheker vor allem indirekt treffen – mit einer massiven gesetzlichen Kürzung der Großhandelsrabatte.

Offenbar plant Spahn eine größere Umverteilung zwischen den Handelsstufen. Ein Hebel ist dabei das Großhandelshonorar. Derzeit bekommen die Lieferanten der Apotheken einen Zuschlag von 3,15 Prozent, gedeckelt bei 37,80 Euro, sowie einen Festzuschlag von 70 Cent.

An dieser Systematik soll sich zwar nichts ändern, dennoch könnten Anpassungen gravierende Folgen haben. Denn dem Vernehmen nach soll die Fixpauschale pro Packung angehoben und der variable Teil des Honorars gesenkt werden. Das Plus beim Fixum könnte 160 bis 170 Millionen Euro betragen, heißt es.

Der entscheidende Teil für die Großhändler – und ihre zentrale Forderung seit einem halben Jahr: Die Fixpauschale soll gesetzlich von der Rabattierung ausgeschlossen werden. Die Großhändler dürften dann nur noch aus dem – dann gekürzten – variablen Teil ihrer Vergütung Einkaufsvorteile an die Apotheken weitergeben. Wenn es so kommt, wäre der Großhandel ein Gewinner der Reform.

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