Einwaagekorrekturfaktor

Hohe Mathematik in der Rezeptur Dr. Kerstin Neumann, 17.02.2016 12:34 Uhr

Berlin - Das korrekte Einwiegen der Wirk- und Konservierungsstoffe für Rezepturen ist häufig komplizierter als gedacht. In Ringversuchen wird regelmäßig festgestellt, dass die hergestellten Salben oder Tropfen eine zu geringe Wirkstoffmenge aufweisen. Der Grund: Bei der Herstellung wurde die chemische Beschaffenheit der Substanzen nicht berücksichtigt. Beim Wiegen darf nicht vergessen werden, die korrekte Menge über den Einwaagekorrekturfaktor zu ermitteln.

Oft kommen Rezeptursubstanzen nicht in der Form in der Apotheke an, wie sie auf dem Rezept gefordert sind. Die Stoffe können zum Beispiel Kristallwasser enthalten oder im Laufe der Zeit trocknen und dann an Masse verlieren. Möglicherweise ist der Wirkstoff nur als Salz zu bestellen, in der Rezeptur ist die Menge des Wirkstoffes aber als Reinstoff angegeben. Der Qualität der Substanzen tut dies keinen Abbruch. Rechnet man aber die zusätzlichen – oder entfallenden – Mengen nicht in die Rezeptur ein, kann die Konzentration der Wirkstoffe um mehr als 10 Prozent abweichen. Im schlimmsten Fall wird es dann für den Patienten gefährlich.

Um die Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Menge zu ermitteln, bedient man sich einer einfachen Formel. Der Korrekturfaktor wird mit dem Buchstaben f abgekürzt. Für die Berechnung benötigt man den geforderten Gehalt, der in der Regel 100 Prozent beträgt, und den Ist-Gehalt der Wirkkomponente. Dann kann die Berechnung mit der Formel „f= Soll-Gehalt durch Ist-Gehalt“ einfach erfolgen.

Das klingt zunächst nicht kompliziert – je nachdem, aus welchem Grund ein Gehaltsunterschied besteht, müssen allerdings noch unterschiedlichste Zusatzfaktoren berücksichtigt werden. Die genauen Berechnungen werden im Neuen Rezeptur-Formularium (NRF) erläutert. Um die Fülle der verschiedenen Situationen übersichtlicher zu machen, werden die Wirkstoffe in acht verschiedene Gruppen unterteilt. Die Gruppen 1 bis 4 beinhalten Substanzen, für die einzelne Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen. In den Gruppen 5 bis 8 können Einwaagekorrekturen für Stoffe, für die mehrere Zusatzfaktoren zutreffen, berechnet werden.
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