Berlin -

Die Herstellung von Suppositorien in der Apotheke ist eher selten geworden. Dabei haben Zäpfchen einige Vorteile gegenüber anderen Arzneiformen – etwa bei Kindern. Die Wirkung tritt schnell ein, da die Wirkstoffe direkt über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen und die Leberpassage, der sogenannte „First-Pass-Effekt“, umgangen wird. Auch bei Personen mit Schluckbeschwerden oder Magen-Darm-Erkrankungen, die von Erbrechen begleitet werden, sind Suppositiorien oralen Arzneiformen überlegen. Bei der Herstellung der ein bis drei Gramm schweren Formen sind einige Regeln zu beachten.

Suppositorien können lokal im Mastdarm wirken, etwa gegen Hämorrhoiden. Häufiger sollen die enthaltenen Wirkstoffe aber eine systemische Wirkung aufweisen, etwa bei Analgetika, Spasmolytika oder Antiemetika. Der Wirkstoff wird im Körper durch Schmelzen der Suppositoriengrundlage freigesetzt und anschließend resorbiert. Das Auflösen ist eher für Vaginalsuppositorien, sogenannte Ovula, typisch; im Darm ist nicht genug Flüssigkeit vorhanden.

Die Grundlagen von rektal angewendeten Suppositorien sind Hartfett (Adeps solidus) oder Kakaobutter (Oleum cacao), wobei heutzutage das Hartfett aufgrund der einfacheren Verarbeitung und längeren Haltbarkeit fast ausschließlich verwendet wird. Für Ovula eignet sich eine Grundlage aus Macrogolen oder einem Gemisch aus Gelatine, Glycerol und Wasser.

Beim Hartfett wird das sogenannte Klarschmelzverfahren angewendet, bei dem die Grundlage so hoch erhitzt wird, dass sie flüssig und klar geschmolzen vorliegt. Kakaobutter hingegen darf nicht so hoch erhitzt werden, da sich sonst aufgrund einer Konformitätsänderung Schwierigkeiten bei der Verarbeitung ergeben. Deshalb wird das sogenannte Cremeschmelzverfahren verwendet, bei dem die Grundlage nur soweit erwärmt wird, bis sie cremig, aber noch relativ dickflüssig ist. Die richtige Konsistenz erinnert an Vanillesoße. Dies zu erreichen, ist jedoch relativ schwierig, daher wird mittlerweile meist Hartfett verarbeitet.

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