Beratungsbrett: Blasenentzündung

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Die S3-Leitlinie empfiehlt einen Einsatz der Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel (Angocin, Repha). Senfölen werden antibakterielle und antivirale Eigenschaften zugesprochen.

Die Experten haben im vergangenen Jahr den Zucker D-Mannose in die Empfehlung aufgenommen, denn die Wirksamkeit wurde im Vergleich zu Nitrofurantoin bestätigt und die Studienergebnisse im „World Journal of Urology“ veröffentlicht. Mannose konnte eine dem Antibiotikum gleichwertige Wirkung erzielen – mit signifikant weniger Nebenwirkungen. D-Mannose wird unverändert aus dem Körper wieder ausgeschieden und nicht resorbiert. Der Zucker soll die Bakterien ummanteln und somit verhindern, dass sich diese in den Schleimhäuten anheften können. Mit dem Urin werden dann D-Mannose und eingeschlossene Bakterien ausgespült. Bei häufig rezidivierender Cystitis der Frau kann Mannose laut Leitlinie empfohlen werden. Enthalten ist Mannose beispielsweise in Femannose N (Klosterfrau) und UroCys (Hübner).

Die Experten konnten für Cranberry-Präparate keine Empfehlung aussprechen, da die Studienergebnisse widersprüchlich sind. Dennoch werden Cranberry-Präparate als Kapseln, Pulver oder Saft bei unkomplizierten Blasenentzündungen eingesetzt.

Trommsdorff hat Utipro Plus im Handel. Das Medizinprodukt soll unkomplizierte Harnwegsinfekte mit einer Doppelstrategie therapieren. Xyloglucan-Gelatine setzt in der Darmschleimhaut an und soll Blasenentzündung auslösende Bakterien fern halten. Mit Hibiskus und Propolis sollen der Harn angesäuert und das Wachstum der Erreger gehemmt werden.

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