Masken-Deals: Spahn hat bei Max Müller bestellt

, Uhr aktualisiert am 26.03.2021 14:02 Uhr

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat im vergangenen Frühjahr Atemschutzmasken über seinen Duz-Freund und damaligen DocMorris-Vorstand Max Müller beschafft. Er selbst habe zum Telefonhörer gegriffen und bewusst über „Freunde und Bekannte“ Schutzausrüstung für den Bund organisiert.

Die Affäre um dubiose Maskengeschäfte von CDU-Politikern bringt die Bundesregierung weiterhin in Bedrängnis. Spahn hatte deshalb versprochen, Transparenz herzustellen – und sieht sich deshalb offensichtlich in der Pflicht, nun auch eigene Geschäfte öffentlich zu machen. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat sich der Minister deshalb nun zu seinen eigenen Umtrieben während dieser Zeit eingelassen.

Es sei „an einem Sonntagmorgen im März letzten Jahres“ gewesen, als er eingesehen habe: „Wir kommen mit unserer klassischen Beschaffung über die zuständigen Ämter nicht weiter“, so Spahn. Deshalb habe er „angefangen, selbst zum Telefonhörer zu greifen“, um Schutzausrüstung zu organisieren. Dabei habe ihm „ein befreundeter ehemaliger Vorstand des Onlineapothekers DocMorris“ Masken angeboten, die er dann auch bestellt habe – sein Freund Max Müller: „Stimmt, Herr Müller hat sich bei mir gemeldet und uns Masken angeboten“, räumt Spahn ein. Maskenlieferant war dabei die DocMorris-Tochter Centropharm. Die Frage, ob es keinen potentiellen Interessenkonflikt gebe, wenn der Minister mit Steuergeldern bei seinen Freunden bestellt, weist Spahn hingegen zurück: „Wir waren in einer Notlage. Für mich zählte nur, dass wir gute Masken zu akzeptablen Konditionen bekommen haben, und zwar schnell. Eins ist mir dabei wichtig: Es ging nie um Provisionen!“

Mit Centropharm war Spahn nach eigenen Angaben bereits in Kontakt, bevor das Open-House-Verfahren zur Maskenbeschaffung eröffnet wurde – deshalb und weil es schnell gehen musste, habe er DocMorris nicht an das Vergabeverfahren verwiesen. „Damals haben sich Lieferanten in Talkshows beklagt, dass sie mich persönlich vergeblich angeschrieben hätten. Heute wirft man mir vor, dass ich mich direkt bei Firmen gemeldet habe. Damit muss ich leben“, so Spahn.

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