Beratungs-Check und Pseudo Costumer

Kammer stellt Apothekentests um

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Berlin -

Es geht doch nichts über ein persönliches Gespräch. Das gilt auch für Apothekentests. Die Apothekerkammer Niedersachsen stellt auf Wunsch der Mitglieder ihr Konzept für Apothekentests um. Ab sofort sollen die Geprüften wieder direkt im Anschluss ein Feedback des Testkäufers bekommen. Nur Rezepturtests werden weiterhin verdeckt durchgeführt.

Die Kammer – in Niedersachsen zugleich Aufsichtsbehörde – hatte 2014 groß angelegte Apothekentests gestartet. Dazu wurde eine externe Firma beauftragt, die sich auf Mystery Shopping spezialisiert hat. Es ging um Grundsätzliches: Überprüft wurde etwa, ob die Apotheke ein aktives Beratungsangebot unterbreitet oder nicht.

In einer ersten Tranche wurden 50 Apotheken besucht, um den Ablauf der Testkäufe selbst bewerten zu können. Nach der zweiten Runde mit 150 Besuchen waren insgesamt 10 Prozent der niedersächsischen Apotheken erfasst – das war das Mindestziel. Doch die Tests wurden fortgesetzt: Schließlich wurde etwa die Hälfte der Apotheken von den den Testkäufern besucht, einige mehrfach. Mehr als 1000 Tests hat die Kammer durchführen lassen.

Kammerpräsidentin Magdalene Linz wertet die Aktion als Erfolg: „Die Ergebnisse haben sich verbessert. Es ist noch nicht optimal, aber wir haben die Kollegen sensibilisiert“, sagte sie gegenüber APOTHEKE ADHOC. Trotzdem stellt die Kammer das Konzept jetzt um. Der Grund: Die Laientestkäufer haben nur der Kammer ihre Wahrnehmung des Testkaufs geschildert. Im Anschluss gab es Post von der Aufsichtsbehörde.

Das war für die Apotheke unbefriedigend, die bei dem Schnellcheck durchgefallen waren. Die Inhaber und ihre Teams hätten zwar meist sehr betroffen reagiert, berichtet Linz. Aus den Reihen der Mitglieder habe es aber auch wiederholt den Hinweis gegeben, dass man den Einzelfall im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen könne. „Das Mittel insgesamt hat sich nicht bewährt“, so Linz heute.

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