Silomat-Falle: PTA meistert Testkauf

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Berlin - In der Erkältungszeit kann es stressig werden am HV-Tisch. Testkäufer haben dann mitunter leichtes Spiel. In der Stadt-Apotheke im fränkischen Ebermannstadt hat sich eine PTA nicht in die Falle locken lassen: Daniela Tidl hat den falschen Kunden so gut beraten, dass ihr von der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK) die volle Punktzahl zugesprochen wurde.

Die BLAK schickt regelmäßig Testkäufer in Apotheken. Die Beratungsqualität der Stadt-Apotheke von Inhaber Christian Redmann stand erstmals auf dem Prüfstand. Vor knapp zwei Wochen kam ein Kunde zu PTA Tidl und verlangte Silomat. Die 30-Jährige bemerkte nicht, dass es sich um einen Testkäufer handelt: „Mir ist nichts aufgefallen. Silomat wird derzeit mehrfach täglich verlangt.“

Bei der Beratung klärte Tidl beim Testkauf unter anderem ab, dass das OTC-Produkt für den Mann selbst bestimmt war und er eine Hilfe gegen verschleimten Husten sucht. Schmerzen oder Atembeschwerden habe er nicht. Zudem sei der Auswurf nicht gelblich grün oder rotbraun. Der Mann gab an, bereits Silomat einzunehmen. Die Lutschpastillen habe er von seiner Frau erhalten und nehme das Präparat seit zwei Tagen.

Die PTA erkannte sofort, dass ein Arzneimittelwechsel nötig ist. Angesichts des verschleimten Hustens empfahl sie ihm ein Expectorans und erklärte, weshalb der Hustenstiller nicht das Richtige ist. Die Kammer gab ihr 15 von 15 Punkten. Das Gespräch wird nach drei Kriterien bewertet: Beratungsbereitschaft, Struktur und Umgang mit dem pharmazeutischen Problem.

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