Kommentar

Ich glaub, ich hab Glaeske Nadine Tröbitscher, 30.01.2018 15:14 Uhr

Berlin - „Es ist Apothekenwetter“, sagte ein Kunde neulich am HV. Die Erkältungswelle rollt an. Aber was darf man als Apothekenmitarbeiter noch empfehlen und verkaufen, um nicht als Abkassierer betitelt und von TV-Testkäufern vorgeführt zu werden? Und was hilft eigentlich gegen Glaeske?

„Ich hab Glaeske“ – so könnte das neue Leiden vieler Apotheker heißen. Die Symptome sind Frust und Fassungslosigkeit sowie zur Schau getragene Fröhlichkeit oder sichtliche Genervtheit. Der Pharmakologe lässt kein gutes Haar an Apothekern und der Pharmaindustrie und ist in allen Medien dauerpräsent. Gegen sein oft vernichtendes Urteil ist bislang kein Kraut gewachsen.

Apothekern gehe es lediglich um das Verkaufen, von Geschäftemacherei ist die Rede, wenn Glaeske sich zu Erkältungsmitteln äußert. Alles überflüssig, nur Ibuprofen oder Paracetamol, ein abschwellendes Nasenspray und Halsschmerztabletten mit Wirksamkeitsbeleg genügen dem Fernseh-Prof zufolge, um einer Erkältung entgegenzuwirken. Kombipräparate sind Teufelszeug. Von der Schrotschusstherapie hält der Pharmakologe nichts.

Viele Betroffene dagegen schon. Warum sollen Apotheker keine Präparate empfehlen und verkaufen, mit denen Patienten gute Erfahrungen gemacht haben und über den Arbeitstag gekommen sind? Wenn keine Risiken bestehen und der Patient hinreichend beraten wurde, dann gibt es für die Abgabe keine Kontraindikation. Dann sollte der Patient selbst entscheiden dürfen und der Apotheker frei in seiner Empfehlung sein.

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