Arzneimittelsicherheit

Importquote: Ein Lied des Protests APOTHEKE ADHOC, 23.07.2018 17:31 Uhr

Berlin - Der Skandal um mutmaßlich gefälschte Medikamente aus Griechenland lässt bei Apothekern wieder einmal Zweifel am Arzneimittelimport aufkommen. Apotheker Dr. Franz Stadler (Sempt-Apotheke, Erding) fordert eine Aufhebung der Importquote. Denn aus seiner Sicht sind die Importe nicht nur eine Sicherheitslücke, sondern das System an sich auch unethisch.

Stadler zufolge lag die durchschnittliche Einsparung der Kassen je Apotheke für das Jahr 2017 bei 5195 Euro. Das entspricht einer Importquote von 7,7 Prozent. Bezogen auf den gesamten Umsatz an Fertigarzneimittel hätten die Kassen damit durchschnittlich etwa 0,5 Prozent ihrer Arzneimittelausgaben gespart.

Dass die Apotheker ihre vertraglich geforderte Importquote übererfüllen, liegt laut Stadler an deren „eigenartiger Konstruktion“. So führe jede Krankenkasse pro Apotheke ein eigenes Konto zur Importquote. Bei Übererfüllung der Quote erhält die Apotheke zwar ein Guthaben zum späteren Ausgleich, das aber nicht ausgezahlt werden kann. Negative Kontostände würden hingegen sofort abgezogen, obwohl diese angesichts der schwankenden Lieferfähigkeit schnell entstehen könnten, beklagt Stadler das heutige Prozedere.

Die Motivation der Krankenkassen ist für den Apotheker klar – Einsparungen: „Warum sie allerdings hinnehmen, dass sie mit nur 0,5 Prozent ihrer gesamten Arzneimittlausgaben abgespeist werden, kann angesichts der Gewinne der Parallelimporteure durchaus hinterfragt werden.“ Dabei hätten die Kassen heute andere und effektivere Mittel zur Kostenreduktion.

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