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Becker: Importquote gefährdet Arzneimittelsicherheit APOTHEKE ADHOC, 24.07.2018 17:26 Uhr

Berlin - Apotheker fordern die Abschaffung der Importquote: Der aktuelle Skandal um in griechischen Krankenhäusern vermeintlich gestohlene Zytostatika, lässt den Ruf nach einer sofortigen Streichung der verpflichtenden Importquote laut werden. Der Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, hält die Quote für ein „überholtes Kostendämpfungsinstrument“.

Bereits auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf im vergangenen Jahr beschlossen die Apotheker, dass die Verpflichtung, einen preisgünstigen Import abgeben zu müssen, ersatzlos gestrichen werden sollte. Bislang sind Apotheken gemäß § 129 Sozialgesetzbuch (SGB) V verpflichtet, mindestens 5 Prozent des Fertigarzneimittelumsatzes durch die Abgabe von Importen zu generieren. Die sogenannte Importquote schließt Arzneimittel ein, die nach der sogenannten 15/15-Regel entweder 15 Prozent beziehungsweise 15 Euro günstiger sind als das Original.

Becker steht der Importquote kritisch gegenüber, denn das Ziel der Kostenersparnis werde kaum noch erreicht. „Die Importquote ist ein mittlerweile überholtes Kostendämpfungsinstrument, das in Zeiten der Arzneimittel-Rabattverträge kaum noch Einsparungen erzielt“, so Becker. „Die Erfüllung der Importquote verursacht nicht nur erheblichen bürokratischen Aufwand in der Apotheke, sondern gefährdet vor allem die Arzneimittelsicherheit für die Patienten.“

Chargenrückrufe seien keine Einzelfälle, so Becker. „Lange und grenzüberschreitende Lieferketten erhöhen das Risiko für das Einschleusen von gestohlenen und gefälschten Medikamenten. Jeder Apotheker braucht den Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können.“

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