Hartmann: Arzneimittelautomaten sichern Versorgung

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Berlin - Mit dem Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in begrenztem Umfang automatisierte Ausgabestationen für Arzneimittel zulassen – zwischen den üblichen Abholfächern und dem Modell Visavia. Dagegen protestiert die Abda. Der Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) hingegen begrüßt diese Idee als Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung.

In Artikel 3 des VOASG heißt es, automatisierte Ausgabestationen sind zur Bereitstellung, Aushändigung und Ausgabe von Arzneimitteln nur zulässig, wenn sie sich innerhalb der Betriebsräume einer Apotheke befinden, einen Zugriff von außen für den Empfänger ermöglichen, sofern eine Ausgabe außerhalb der Betriebszeiten dieser Apotheke vorgesehen ist, und erst durch Personal dieser Apotheke bestückt werden. Zuvor muss eine Beratung des Patienten erfolgt sein, dies kann auch per Telekommunikation geschehen. Der Apotheker muss das Rezept vor der Abgabe wie immer prüfen. Eine Ausgabe von Bestandsware ist aus dem Kommissionierer oder gar einem Lager einer Versandapotheke soll damit ausgeschlossen werden.

Der BVDAK unterstützt Spahn bei dieser Änderung der Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO) grundsätzlich. „Der Einsatz solcher, automatisierter Abgabestationen ermöglicht es Apotheken insbesondere, den Verbrauchern den Zugang zu den Arzneimitteln außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten zu gewährleisten“, so der Verband. Nicht zuletzt aufgrund der immer häufiger auftretenden Schwierigkeiten bei der Arzneimittelversorgung aufgrund der Lieferengpässe, bedürften Vor-Ort-Apotheken der Flexibilität, auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten ihren Kunden den Zugang zu Arzneimitteln zu gewährleisten.

Entscheidendes Kriterium ist aus Sicht des BVDAK, dass diese Einrichtungen sich innerhalb der Betriebsräume befinden. Nur so könnten Auswüchse, wie etwa der jüngst durch den Bundesgerichtshof (BGH) gestoppte Versuch von DocMorris, in Hüffenhardt einen autonomen Abgabeautomaten zu etablieren, verhindert werden. Um jedoch derartige Modelle sicher zu unterbinden, hält der BVDAK die Regelung in dem Änderungsvorschlag für nicht ausreichend. Denn dort heiße es, dass automatisierte Ausgabestationen zur Bereitstellung, Aushändigung und Ausgabe von Arzneimitteln für den zugelassenen Versandhandel mit Arzneimitteln zulässig sind, wenn sie bestückt werden, nachdem die weiteren dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Insoweit bleibe offen, was ein Bestücken im Sinne dieser Vorschrift sei.

Auch wenn eine solche Ausgabestation bei Versandapotheken nicht an die Betriebsräume gebunden sein müsse, so sei jedoch zu fordern, dass ein Bestücken voraussetzt, dass das aus dem Bestand der Apotheke ausgesonderte Präparat durch pharmazeutisches Personal vor dieser Bestückung geprüft wird. Ohne eine solche Klarstellung stehe zu befürchten, dass ein Bestücken auch dann angenommen wird, wenn dies automatisch und damit ohne Kontrolle durch eine natürliche Person erfolge.

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