Aufsicht verbietet Abgabeterminal

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Berlin -

Die Klee Apotheke im brandenburgischen Michendorf hat ein Abgabeterminal eingebaut. Das zuständige Landesgesundheitsamt in Potsdam untersagte jedoch den Betrieb des Automaten. Inhaberin Claudia Hilbert-Schiller will das nicht auf sich sitzen lassen und sucht den Dialog. Die Apothekerin bot jetzt einen Ortstermin an und will die Sache notfalls gerichtlich klären lassen.

Die Klee Apotheke liegt in einem sich positiv entwickelten und lebendigen Standort. Nebenan sind Supermarkt, Discounter und aktuell entsteht eine neue Rossmann-Filiale. Die Märkte bringen Kundschaft. Viele Pendler:innen lösen ihre Rezepte ein. Das Warenlager sei groß und die Apotheke sei „super sortiert“, sagt die Apothekerin. „Aber wir haben viele Streurezepte und dadurch viele Abholer.“ Ein Viertel der Kundschaft, die am Nachmittag in die Apotheke kämen, wollten nur ihre Bestellung mitnehmen. Diese Kund:innen seien zuvor bereits beraten worden.

Dazu komme, dass die Klee Apotheke – anders als die großen Märkte – bereits um 18.30 Uhr schließt. „Wir würden gerne die längeren Öffnungszeiten abdecken, können das aber wegen des fehlenden Personals nicht“, sagt Hilbert-Schiller. Ziel sei es, dass Kund:innen auf Wunsch gar nicht mehr in die Offizin kommen müssten – auch ein Vorteil in Coronazeiten.

Aus dieser Situation heraus sei die Idee zu einem Abholfach entstanden. Die Inhaberin entschied sich für ein Abgabeterminal von BD Rowa. „Wir wollten einen Anschluss an den Kommissionierautomaten, um Prozesse zu reduzieren und zu standardisieren.“ Anders als bei Abholfächern sei das System flexibel. „Es gibt keine begrenzte Anzahl an Fächern, die ich bestücken muss, und wenn ein Kunde doch in die Apotheke kommt, kann ich ihm den Abholer auch hier mitgeben.“

Im Sommer wurde das Terminal eingebaut. Der Umbau musste vorab von der zuständigen Behörde nicht genehmigt, sondern dort nur angezeigt werden. Hilbert-Schiller reichte in Potsdam ihre Pläne ein. Doch von der Aufsicht kamen Einwände. „Der Betrieb des Terminals wurde uns im September untersagt.“ Als Begründung habe es geheißen, dass laut Arzneimittelgesetz (AMG) Arzneimittel nicht über Automaten in den Verkehr gebracht werden dürfen.

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