Frauenarbeitsplätze in Gefahr

Fachärzte drohen mit 4-Tage-Woche

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Berlin -

Ein Kahlschlag bei Terminen wird laut den Ärzteverbänden die Folge des GKV-Spargesetzes sein. Anlässlich der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss übt der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa), Dr. Dirk Heinrich, erneut scharfe Kritik an der Bundesregierung. Neben dem flächendeckenden Verlust von Arbeitsplätzen in den Facharztpraxen warnt er vor einem Wegbrechen der fachärztlichen Versorgung, insbesondere in sozialen Brennpunkten.

„Angesichts des GKV-Spargesetzes der Bundesregierung müssen sich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes ab 2027 darauf einstellen, nicht mehr jeden Tag in der Woche zum Facharzt gehen zu können“, so Heinrich. „Die 4-Tage-Woche wird in Facharztpraxen die Regel sein.“

Bei rund 20 bis 30 Prozent Umsatzverlust durch das Gesetz seien diese Veränderungen unausweichlich. „Nur so lassen sich Kosten einsparen und Umsatzverluste etwas abmildern. Mindestens einen Tag in der Woche werden sich Facharztpraxen anderen Einnahmequellen zuwenden müssen.“

An diesem Tag müssten notwendigerweise vermehrt Gutachten geschrieben, zusätzliche Privatpatienten und Selbstzahler behandelt oder Verkehrsmedizin betrieben und andere Tätigkeiten durchgeführt werden. „Nur so kann das Überleben der meisten Facharztpraxen gesichert werden. Dies wird in sozialen Brennpunkten allerdings infolge fehlender Kaufkraft nicht möglich sein, so dass dort Praxen vermehrt aufgegeben werden müssen.“

Sparen bleibt nicht ohne Folgen. Diese Binsenweisheit ist vielen Bürgerinnen und Bürgern klar, nur unserer Bundesregierung offensichtlich nicht.

Die Sparpolitik werde auch Auswirkung auf die Beschäftigung in Arztpraxen haben, so Heinrich. „Die Arztpraxen in Deutschland beschäftigen 750.000 Mitarbeiter, zum Vergleich, die Pharmaindustrie etwa 130.000.“ Dennoch würden die Hersteller nach massiven Drohungen mit Arbeitsplatzabbau und Abwanderung geschont. „Ob ungleich mehr medizinische Fachangestellte, zu 98 Prozent Frauen, in Arztpraxen arbeitslos werden, scheint der Bundesregierung hingegen nicht wichtig zu sein.“

Heinrich: „Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf, sich die Sparpläne noch einmal sehr gut anzuschauen, begrüßen daher auch die Verschiebung der Befassung im Bundestag und hoffen, dass wichtige Regelungen zur schnelleren Versorgung von Patientinnen und Patienten und zum Erhalt von Facharztpraxen in sozialen Brennpunkten erhalten bleiben.“

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