In Bayern wird es keine Klimaanlagen auf Rezept geben. Die Staatsregierung sprach sich gegen einen Dringlichkeitsantrag der Grünen aus. Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, kritisiert das Veto und attestiert der Landesführung Desinteresse.
Die Grünen wollten sich für mehr Hitzeschutz starkmachen und forderten in Bayern Ende Juli mehrere Maßnahmen. Unter dem Motto „Bayern braucht Abkühlung – schnelle Hilfe für besonders gefährdete Menschen“ legten sie einen Dringlichkeitsantrag vor.
Ein Punkt darin waren mobile Klimaanlagen per Rezept. „Besonders schutzbedürftige Menschen sollen mobile Klimaanlagen oder vergleichbare Lösungen auf ärztliche Verordnung über ihre Apotheke ausleihen können.“ Dazu gehörten insbesondere ältere Menschen, die zur Miete wohnen, Personen in häuslicher Pflege und Schwangere. Der Freistaat sollte zunächst 20.000 Geräte beschaffen, hieß es.
Schulze verteidigt den Plan. Die Regierung könne die Bevölkerung mit gezielten Maßnahmen schneller und besser vor Hitze schützen, sagt sie. „Mit der Klimaanlage auf Rezept bringen wir Abkühlung direkt zu den Menschen und schützen Kinder, Beschäftigte, Kranke und Pflegebedürftige dort, wo sie lernen, arbeiten, gesund werden oder versorgt werden. Bayern braucht jetzt ein Sofortprogramm. Guter Hitzeschutz rettet Leben.“
Die Politikerin kritisiert die ablehnende Haltung des Landtags. „Scheinbar ist der Staatsregierung der Hitzeschutz der Bevölkerung egal“, sagt sie. Weitere geforderte Maßnahmen waren unter anderem Verschattungen, Sonnensegel sowie Trink- und Abkühlungsangebote für Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie Kühldecken, Kühlwesten und Klimaanlagen für Kliniken und Heime. Dafür sollten jeweils 100.000 Euro investiert werden.
Darüber hinaus braucht Bayern den Grünen zufolge mehr Bäume und Grünflächen, entsiegelte Städte, begrünte Dächer und Fassaden, hitzeresilientes Bauen sowie eine klimaangepasste Stadt- und Landschaftsplanung. Auch Medizin, Pflege und Notfallversorgung benötigten eigene Maßnahmenpläne für extreme Hitze.