„Gemäß schriftlicher Anweisung“

Dosierungs-Kreuz: Ärzte wollen neues Kassenrezept APOTHEKE ADHOC, 09.08.2019 14:21 Uhr

Berlin - Ab Oktober 2020 soll auf jedem Rezept die Dosierung des verordneten Arzneimittels stehen. So sieht es ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) vor, der am 20. September im Bundesrat beraten werden soll. Die Ärzte unterstützen den Vorschlag, fordern aber neue Rezeptformulare.

Konkret soll § 2 AMVV geändert werden, sodass die Dosierung künftig zu den Pflichtangaben auf jedem Rezept gehört. Dies gilt nicht, „wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verordnete Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung der ärztlichen Person vorliegt und die verschreibende Person dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat“.

Während die ABDA in ihrer Stellungnahme einen Schutz vor Retaxationen gefordert hat, wollen die Ärzte möglichst wenig Arbeit haben. Die Dosierung auf dem Rezept zu vermerken, kommt laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) vor allem bei „einfachen“ Verordnungsfällen in Betracht, etwa die zeitlich begrenzte einmal tägliche Gabe von Antibiotika.

In allen anderen Fällen halten die Ärzte einen Medikationsplan – schriftlich oder auf der elektronischen Gesundheitskarte – oder eine schriftliche Dosierungsanweisung für die bessere Alternative. Weil aber aufgrund des begrenzten Platzes auf dem Rezept schon der obligatorische Aufdruck der PZN bei den Softwarehäusern zu erheblichen Umsetzungsproblemen geführt hat, regt die KBV an, dass per Ankreuzen eines neuen oder modifizierten Auswahlkästchens auf das Vorliegen eines Medikationsplans beziehungsweise Einnahmehinweises verwiesen werden könnte. „Damit könnte eine bürokratiearme Umsetzung einer möglichen gesetzlichen Neuregelung gewährleistet werden. Hierzu wird die KBV zeitnah Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu einer entsprechenden Anpassung des Bundesmantelvertrags-Ärzte aufnehmen.“

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