BMG: Dosierung auf jedes Rezept

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Berlin -

Auf Rezepten soll künftig ausnahmslos die Dosierung der verordneten Arzneimittel enthalten sein. Dies sieht ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) vor.

Konkret soll § 2 AMVV geändert werden. Demnach gehört die Dosierung künftig zu den Pflichtangaben. Dies gilt nicht, „wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verordnete Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung der ärztlichen Person vorliegt und die verschreibende Person dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat“. Diese Ausnahme hatte bereits vor einigen Jahren der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht empfohlen.

Detailliert führt das BMG auf, dass den Ärzten auf Grund der Neuregelung ein zusätzlicher Aufwand von 108 Millionen Euro entsteht: Bei 664 Millionen Kassen- sowie 66 Millionen Privatrezepten komme man auf eine Gesamtsumme von rund 730 Millionen Verschreibungen, für die die Neuregelung gilt. Allerdings lägen keinerlei Daten zur Anzahl an Medikationsplänen oder schriftlichen Dosierungsanweisungen vor. Dass BMG geht großzügig von der Hälfte aller Verordnungen aus, also rund 365 Millionen Verschreibungen.

Für die Angabe der Dosierung durch den Arzt und die Übertragung auf das Papierrezept durch eine Praxisassistenz wird eine halbe Minute zu Grunde gelegt sowie ein mittlerer, nicht gewichteter Lohnkostensatz von 35,60 Euro gemäß „Leitfaden zur Ermittlung und Darstellung des Erfüllungsaufwands in Regelungsvorhaben der Bundesregierung“. Ein Mehraufwand für die Apotheker im Fall von unvollständigen Rezepten wird nicht veranschlagt.

Das BMG geht ohnehin davon aus, dass die Akzeptanz des Medikationsplans in den kommenden Jahren steigen und der Aufwand für das Vermerken der Dosierung auf den Rezepten somit sinken wird.

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