Arzneimittelverschreibungsverordnung

ABDA: Retaxschutz für Dosierungsangaben APOTHEKE ADHOC, 05.07.2019 15:23 Uhr

Berlin - Kein Rezept ohne Dosierungsangabe. So sieht es ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) vor. Die ABDA begrüßt die Pläne. Schon mit der Empfehlung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht sei eine langjährige Forderung der Apothekerschaft aufgegriffen worden.

Durch die Angabe der Dosierung bei allen Arzneimitteln werde eine „relevante Informationslücke für eine sichere und wirksame Pharmakotherapie geschlossen“. Dosierungs- und andere Medikationsfehler und damit verbundene Risiken, die vor allem durch Wissensdefizite des Patienten auftreten, würden reduziert. Die ABDA verweist auf eine Stellungnahme der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) aus dem November vergangenen Jahres.

Sachgerecht sei es auch, eine Ausnahme für den Fall vorzusehen, dass dem Patienten ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung vorliege, wenn dies auf dem Rezept kenntlich gemacht werde.

Flankierend müsse aber sichergestellt werden, dass das Fehlen der Dosierungsangabe auf dem Rezept nicht zu einem erhöhten Retaxationsrisiko zulasten der Apotheke führen dürfe. „Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass die gesetzlichen Krankenkassen auch wegen vermeintlich geringer Formfehler Retaxationen aussprechen. Sie stellen sich bei jeder formalen Vorgabe gemäß AMVV auf den Standpunkt, dass deren Fehlen einen Retaxationsgrund darstellen könne.“

Bereits beim Deutschen Apothekertag (DAT) 2012 in München hatte die Apothekerkammer Nordrhein einen Antrag gestellt, jedes Rezept mit der patientenindividuellen Dosierung zu versehen. Die Kammer hatte argumentiert, dass es beispielsweise Schwierigkeiten gebe, wenn die Einnahme einer halben Tablette verordnet sei, der Rabattpartner aber Tabletten ohne Bruchkerbe oder Kapseln anbiete. Der Antrag wurde damals in den Ausschuss verwiesen – und es wurde still um das Thema. Das hing auch damit zusammen, dass der Vorstoß der Apotheker bei den Ärzten offenbar nicht gut angekommen war.

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