Verschreibungsverordnung

Umfrage: Dosierung soll auf das Rezept

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Berlin -

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hat sich im Zusammenhang mit dem Medikationsmanagement für verpflichtende Dosierangaben auf Rezepten ausgesprochen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer einer APOTHEKE ADHOC Umfrage begrüßt diese Forderung – aus unterschiedlichen Gründen.

In der Umfrage erklärten 41 Prozent der Teilnehmer, die Dosierangabe auf dem Rezept sei wichtig für das Medikationsmanagement. Weitere 10 Prozent befürworten die verpflichtende Angabe – die Information sei nützlich für die Umsetzung der Rabattverträge. So hatte 2012 auch die Apothekerkammer Nordrhein argumentiert, die beim Deutschen Apothekertag (DAT) einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte.

Fast genauso viele Teilnehmer sehen den Vorschlag hingegen kritisch: Eine weitere Pflichtangabe auf Rezepten sei gefährlich, finden 31 Prozent. Die Regelung könne eine neue Falle für Retaxtaionen der Krankenkassen bedeuten. 15 Prozent der Teilnehmer halten die Angabe für unnötig und fürchten, dass die Forderung nur Ärger mit den Ärzten bringt.

An der Umfrage haben am 21. und 22. Juli 2014 insgesamt 271 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC teilgenommen.

Unterstützung erhält Schmidt von der Kohl-Gruppe: Der Verblisterer 7x4 und die Apothekenkooperation Avie halten die Forderung der ABDA für sinnvoll und überfällig. Klare Dosierangaben seien entscheidende Bestandteile der Arzneimittelverordnung und der pharmazeutischen Betreuung, heißt es etwa bei Avie. Insbesondere ältere Patienten mit mehreren Verschreibungen oder Patienten mit Migrationshintergrund profitierten von den Angaben.

Die Dosierangaben auf Rezept sie die Apothekenkooperation als sehr guten Einstieg für ein gut strukturiertes Medikationsmanagement. „Die ABDA sollte sich von der zögerlichen Haltung einzelner Ärztefunktionäre bei diesem Thema nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, fordert Avie-Geschäftsführer Dr. Thomas Zenk.

Auch bei 7x4 ist man überzeugt, dass ein sachgerechter Medikationscheck und eine Medikationsanalyse ohne Kenntnis der Dosierung nicht durchzuführen sei. Die Pflege eines zwischen Apotheker und Arzt abgestimmten Medikationsplans wäre der logische zweite Schritt. Dieser deutliche Mehraufwand der Apotheke müsse honoriert werde.

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