Covid-19: Preis will Impf-Apotheker:innen

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Berlin - Der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) hat vorgeschlagen, auch die Apotheker in die Corona-Impfkampagne einzubeziehen. „Wenn es im Laufe des Sommers ein Überangebot an Impfstoffen gibt, müsste man überlegen, die Apotheken in das Impfgeschehen mit einzubeziehen. So könnte die Impfkampagne schneller voran schreiten“, sagte Verbandschef Thomas Preis der Rheinischen Post.

In wenigen Wochen werde wahrscheinlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, als zeitnah geimpft werden könne, so Preis. „In dieser und der nächsten Woche gibt es im Schnitt 24 Dosen pro Praxis. Ab der 17. Kalenderwoche gibt es bereits 40 Dosen pro Praxis, in der 18. KW sogar 70 Dosen. Im Sommer können es dann sogar etwa 300 Dosen pro Woche und Praxis sein. Die Frage ist, ob die Praxen das überhaupt noch verimpfen können, zumal der normale Praxisalltag ja weitergeht.“

Die Gefahr bestehe, dass dann Impftermine in Arztpraxen und Impfzentren so begehrt sein würden wie jetzt die Impfstoffe, so Preis weiter. Deshalb müssten dann im ersten Schritt auch Betriebsärzte und privat tätige Ärzte mit in die Kampagne einbezogen werden. „Das Ziel muss sein, dass am Ende der Woche keine Impfdosen mehr in den Kühlschränken verbleiben dürfen, alles muss sofort verimpft werden“, so Preis.

Der Verbandschef wies auch darauf hin, dass die Suche nach Räumen offen gestaltet werden sollte. Erfreulicherweise böten Pfarrgemeinden aus dem Bistum Köln bereits Pfaarsäle an, in die niedergelassene Ärzte ausweichen könnten. Zudem schlug Preis in dem Bericht vor: „In einem weiteren Schritt sollte man darüber nachdenken, auch Apotheker einzubeziehen.“ Schon jetzt hätten sich Apotheker bei der Durchführung von Corona-Tests als wichtiger Dienstleister in der Pandemie-Bekämpfung erwiesen und hierfür oft Räumlichkeiten außerhalb der Betriebsräume genutzt.

Auch in anderen Ländern wie Großbritannien, Dänemark, Frankreich und den USA würden Apotheker bei den Corona-Impfungen einbezogen. In der Schweiz sind die Apotheken seit einer Anpassung der Epidemienverordnung vom 27. Januar fester Bestandteil der Corona-Impfstrategie. Der Feinschliff obliegt jedoch den einzelnen Kantonen. Ab April sollten die Impfungen anlaufen. Der Apothekenverband Pharmasuisse teilte Ende März mit, dass Apotheken nach intensiven Verhandllungen mit dem zuständigen Bundesamt die gleiche Vergütung wie Ärzte erhielten.

Erfahrung mit Impfungen gegen Grippe in der Apotheke gibt es auch hierzulande. Der AVNR führt mit der AOK Rheinland/Hamburg ein Modellprojekt in einzelnen Regionen durch. Die Apotheken können dem Modellvorhaben beitreten, sofern sie bestimmte persönliche und räumliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört zwingend eine ärztliche Schulung eines Approbierten. Im vergangenen Herbst meldeten 100 Apotheken ihre Teilnahme an. Bis jetzt seien bereits 250 Apotheker im Rheinland für die Durchführung von Grippeschutzimpfungen ausgebildet, so Preis. „Bis zum Sommer haben wir das Ziel, diese Zahl auf 500 bis 1000 in NRW zu erhöhen – auf diesen Erfahrungen können wir aufbauen.“

 

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