BtM, T-Rezepte, Heil- und Hilfsmittel: Gematik will E-Rezept für alles

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Berlin - Die Gematik geht davon aus, zukünftig auch weitere Verordnungsformen wie Betäubungsmittel-, Heil- oder Hilfsmittelrezepte als elektronische Verordnungen zu übermitteln. Das geht aus dem Entwurf für die Spezifikationen des E-Rezepts hervor. In Zukunft lasse sich so eine erhebliche Zeitersparnis bei Verordnung und Abgabe umsetzen. Auch für die Versicherten soll das E-Rezept Vereinfachungen mit sich bringen: So könnte auch eine Abfrage von Warenbeständen von Apotheken in die Endnutzersysteme integriert werden.

Der Countdown läuft: Schon bevor das E-Rezept ab 2022 zur Pflicht werden soll, soll es sich nach dem Willen vieler Akteure im Gesundheitswesen flächendeckend etablieren. Einer der wichtigsten Meilensteine auf diesem Weg ist der 30. Juni. An dem Tag will die Gematik nämlich ihre endgültigen Spezifikationen für das E-Rezept veröffentlichen, also die technischen und operativen Spielregeln, unter denen elektronische Verordnungen künftig ablaufen sollen. Für die Anbieter ist das entscheidend, schließlich müssen sie sich an diese Regeln halten, um ihre Angebote am Markt platzieren zu können.

Die Spezifikationen bestehen auf über einhundert Seiten größtenteils aus grundlegenden Definitionen – was ist ein Arzt, was ein Apotheker? – und viel technischem Klein-Klein, gewähren aber einen Einblick in die zukünftigen Abläufe in den Apotheken und die zukünftigen Anwendungsfelder, die die Gematik beim E-Rezept sieht.

In vielen Fällen wird sich wohl für die Apotheken erst einmal gar nicht so viel ändern: Patienten haben nämlich das Anrecht, sich einen sogenannten Token ausdrucken zu lassen. Der ist sozusagen der Schlüssel zum E-Rezept. „Der E-Rezept-Token realisiert ein Besitzmodell, das heißt wer im Besitz des E-Rezept-Tokens und damit des AccessCodes ist, kann damit die Dispensierung in einer Apotheke veranlassen“, beschreibt die Gematik das Konzept. Denn das eigentliche E-Rezept kriegt der Patient gar nicht zu Gesicht: Es liegt auf einem von drei zentralen Servern der Gematik. Der Patient erhält lediglich diesen sogenannten Token, der aus einem Zugangscode und zusätzlichen Meta-Informationen wie der Rezept-ID besteht.

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