Herstellerabfrage

BfArM: Mögliche Corona-Engpässe „umgehend kommunizieren“ Tobias Lau, 05.02.2020 07:50 Uhr

Berlin - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bisher keine Hinweise, dass es aufgrund möglicher Produktionsausfälle in China wegen des Coronavirus zu Liefer- oder Versorgungsengpässen kommen könnte. Am Dienstag hatte die Behörde die Herstellerverbände deshalb um Hilfe gebeten: Sie sollen bei ihren Mitgliedsunternehmen anfragen, ob ihre chinesischen Wirkstofflieferanten betroffen sind. Es könnte demnach zu Problemen bei bis zu 136 Arzneimitteln kommen. Sollte der Ernstfall eintreten, verspricht die Behörde, das umgehend öffentlich zu machen.

Bisher hat das BfArM nach eigenen Angaben keine Hinweise auf möglicherweise anstehende Lieferengpässe bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen, die in China produziert werden. Um diese zu erhalten, hatte sich die Behörde am Dienstag über die Branchenverbände an die Hersteller gewendet: Nach ihren Recherchen werden für 19 Arzneimittel Wirkstoffe in der Stadt Wuhan produziert. 17 davon seien versorgungsrelevant. In der umliegenden Provinz Hubei sind es insgesamt 136 Arzneimittel, deren Wirkstoffhersteller dort ihren Sitz haben. 48 der betroffenen Wirkstoffe werden demnach als versorgungsrelevant eingestuft.

Seit einer Woche steht das öffentliche Leben in der Region still, Menschen sind angehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, Unternehmen und Behörden sind geschlossen. Entsprechend ist auch die Wirkstoffproduktion zum Erliegen gekommen. Welche Auswirkungen das für die deutschen Arzneimittelhersteller hat, ist noch offen – die Sorge, dass es zu massiven Ausfällen kommt, ist aber offensichtlich da.

Deshalb arbeitet das BfArM derzeit daran, sich zu wappnen. Nach eigenen Angaben steht die Behörde derzeit in engem Austausch mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und hat auch den Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen aktiv eingebunden, „um belastbare Informationen zu erhalten, ob es zum Beispiel aufgrund von Zwangsferien in der betroffenen Region, Quarantänen oder Unterbrechungen von Lieferwegen zeitverzögert zu Lieferengpässen von versorgungsrelevanten Arzneimitteln kommen könnte“. Fällt das Ergebnis negativ aus, wolle man das umgehend öffentlich machen. „Sollten sich Hinweise auf eine Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben, wird das BfArM diese umgehend und in geeigneter Form kommunizieren“, so ein Sprecher.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Corona-Statistik

Trump-Sohn: Todesfälle sind „fast nichts“»

Hilfe für Gesundheitsämter

BKA sucht nach Kontaktpersonen»

Verbreitete Immunität

Corona-Hotspot Bergamo steht besser da als im Frühjahr»
Markt

Öko-Test

Nachtcremes: Apothekenmarken fallen durch»

Altoriginale

Atacand: Noch einmal 400 Millionen Dollar»

Was passiert am 1. November?

Faktencheck AvP-Insolvenzverfahren»
Politik

CDU-Vorsitz

NRW-CDU schickt Laschet/Spahn ins Rennen»

Parteitag trotz Pandemie

Bild: Corona-Posse im BMG»

Corona-Maßnahmen

MwSt-Senkung: Scholz lehnt Verlängerung ab»
Internationales

Reichensteuer und höhere Sozialabgaben

Corona-Kosten: Spanien bittet zur Kasse»

Rechtliche Lage nicht eindeutig genug

Österreich: Apotheken stoppen Testungen»

Krankenhäuser überlastet

Trotz Corona-Infektion: Ärzte und Krankenpfleger arbeiten weiter»
Pharmazie

Defektes Primärgefäß

NaCl 0,9 %: Risse in der Flasche»

Arzneimittelinduzierte Hepatoxizität

Esbriet: Schwere Leberschäden möglich»

 Erhöhtes Risiko

Fluorchinolone: Gefahr für die Herzklappe»
Panorama

Wegen fehlenden St. Martins-Zügen

Laternen-Zauber im Schaufenster»

München

Säure-Angriff: Opfer flüchtet in Apotheke»

Höchstwert

RKI-Daten: 7-Tage-Inzidenz nun bundesweit über 100»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Masken-Terror im Notdienst»

adhoc24

Versender fordern Pauschale / Spahns Rückkehr / Biontech optimistisch»

Bundesverwaltungsgericht

Geschenkpapier unterläuft die Preisbindung»
PTA Live

Nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter

Bald wieder Warteschlangen vor Apotheken?»

Zwei Jahre Securpharm

N-Ident-Zertifikat verlängern»

Abfallmanagement

Wohin mit den Corona-Proben?»
Erkältungs-Tipps

Duale Behandlung bei Erkältungsinfekten

An obere und untere Atemwege denken»

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Risse, Ekzeme, Juckreiz

Was ist trockene Haut?»

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»