BfArM: Mögliche Corona-Engpässe „umgehend kommunizieren“

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Berlin - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bisher keine Hinweise, dass es aufgrund möglicher Produktionsausfälle in China wegen des Coronavirus zu Liefer- oder Versorgungsengpässen kommen könnte. Am Dienstag hatte die Behörde die Herstellerverbände deshalb um Hilfe gebeten: Sie sollen bei ihren Mitgliedsunternehmen anfragen, ob ihre chinesischen Wirkstofflieferanten betroffen sind. Es könnte demnach zu Problemen bei bis zu 136 Arzneimitteln kommen. Sollte der Ernstfall eintreten, verspricht die Behörde, das umgehend öffentlich zu machen.

Bisher hat das BfArM nach eigenen Angaben keine Hinweise auf möglicherweise anstehende Lieferengpässe bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen, die in China produziert werden. Um diese zu erhalten, hatte sich die Behörde am Dienstag über die Branchenverbände an die Hersteller gewendet: Nach ihren Recherchen werden für 19 Arzneimittel Wirkstoffe in der Stadt Wuhan produziert. 17 davon seien versorgungsrelevant. In der umliegenden Provinz Hubei sind es insgesamt 136 Arzneimittel, deren Wirkstoffhersteller dort ihren Sitz haben. 48 der betroffenen Wirkstoffe werden demnach als versorgungsrelevant eingestuft.

Seit einer Woche steht das öffentliche Leben in der Region still, Menschen sind angehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, Unternehmen und Behörden sind geschlossen. Entsprechend ist auch die Wirkstoffproduktion zum Erliegen gekommen. Welche Auswirkungen das für die deutschen Arzneimittelhersteller hat, ist noch offen – die Sorge, dass es zu massiven Ausfällen kommt, ist aber offensichtlich da.

Deshalb arbeitet das BfArM derzeit daran, sich zu wappnen. Nach eigenen Angaben steht die Behörde derzeit in engem Austausch mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und hat auch den Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen aktiv eingebunden, „um belastbare Informationen zu erhalten, ob es zum Beispiel aufgrund von Zwangsferien in der betroffenen Region, Quarantänen oder Unterbrechungen von Lieferwegen zeitverzögert zu Lieferengpässen von versorgungsrelevanten Arzneimitteln kommen könnte“. Fällt das Ergebnis negativ aus, wolle man das umgehend öffentlich machen. „Sollten sich Hinweise auf eine Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben, wird das BfArM diese umgehend und in geeigneter Form kommunizieren“, so ein Sprecher.

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