GKV-Gutachten: Rabattverträge helfen gegen Engpässe

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Berlin - Der Schwarze Peter ist weiter unterwegs: In der Debatte über die Rolle von Rabattveträgen in der anhaltenden Krise um Lieferengpässe hat sich der GKV-Spitzenverband mit einem Gutachten aus der Deckung gewagt. Ein österreichisches Institut hatte sich verschiedene europäische Märkte angeschaut und kam zu dem Schluss: Engpässe gibt es auch ohne Rabattverträge. Es sei umgekehrt sogar so, dass rabattierte Arzneimittel tendenziell seltener fehlen. Statt auf ein Ende der Rabattverträge pochen die Kassen deshalb auf Meldepflichten – auch für Apotheken. Die Gutachter gehen einen Schritt weiter.

Glaubt man den Grafiken in dem 84-seitigen Gutachten des Instituts der Gesundheit Österreich (GÖG), dann geht es den deutschen Apothekern gar nicht so schlecht mit ihren Engpässen – zumindest mit Blick auf vergleichbare Länder. Lag die Zahl der nicht verfügbaren Wirkstoffe Ende 2019 hierzulande bei knapp 300, kratzte Schweden bereits an der Marke von 700. Und selbst die Zahl ist nicht einmal halb so hoch wie die der fehlenden Wirkstoffe in Finnland: Um die 1700 sind es laut GÖG.

Das Institut hatte Finnland, Italien, die Niederlande und Schweden auf Grundlage der Vergleichbarkeit ausgesucht: Alle Länder haben eine gute Wirtschaftsleistung und liegen in der EU. Gleichzeitig stelle die$ Kombination einen Mix an Sozialversicherungsländern und Ländern mit nationalem Gesundheitsdienst dar. Außerdem seien durch den Mix sowohl Länder berücksichtigt worden, die Maßnahmen zur Förderung von Generika implementieren, und solche, die Rabattverträge für Generika oder ähnliche Instrumente haben, als auch solche, die beides nicht haben.

Bei ihrem vergleichenden Blick sind die Autoren zu zwei zentralen Schlussfolgerungen gelangt: Zum einen nähmen Lieferengpässe ganz unabhängig von der jeweiligen Ausgestaltung der nationalen Gesundheitssysteme zu. Zum anderen lasse sich kein Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Ausschreibungsinstrumenten wie den Rabattverträgen in Deutschland ableiten. „Bei den ausgewählten Wirkstoffen konnte kein Indiz identifiziert werden, dass im Falle von Rabattverträgen Lieferengpässe verstärkt auftreten“, heißt es in der Studie.

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