Späth kritisiert Rabattverträge

Pro Generika: „Lieferengpässe lassen sich nicht verbieten!“ APOTHEKE ADHOC, 13.02.2020 12:03 Uhr

Berlin - Der Branchenverband Pro Generika warnt davor, im Kampf gegen Lieferengpässe Augenwischerei zu betreiben. Die Politik dürfe nicht auf „rein disziplinarische Maßnahmen“ setzen und solle nicht versuchen, das Problem nur durch neue Vorschriften für Hersteller, Apotheken, Ärzte und Großhändler zu lösen, sondern müsse die Ursachen angreifen. Aus Sicht des Verbandes müsse daher vor allem die Rabattverträge angegangen werden.

„Lieferengpässe lassen sich nicht verbieten!“, erklärte Vorstandschef Wolfgang Späth auf der Jahrestagung „Pharma 2020“ des Handelsblatts. „Wer glaubt, ohne kausale und strukturelle Lösungen auszukommen, irrt. Gehen wir nicht die Ursachen an, bleibt das Engpass-Problem bestehen.“ Das Faire-Kassenwettbewerbs-Gesetz, das am Donnerstagnachmittag vom Bundestag verabschiedet werden soll, lasse dabei eines der wichtigsten Probleme außen vor. „Die Exklusivvergabe in Rabattverträgen ist und bleibt ein Brandbeschleuniger für Lieferengpässe“, so Späth. „Das sehen nicht nur die Hersteller so. Sondern alle Akteure, die in Deutschland Tag für Tag die Arzneimittelversorgung stemmen und mit Lieferengpässen zu kämpfen haben.“

Späth verwies darauf, dass es eine breite Allianz gebe, die sich im Vorfeld des neuen Gesetzes gegen exklusive Rabattverträge ausgesprochen hatte. Dazu zählten neben Apothekern und Klinikapothekern die Ärzteschaft, Herstellerverbände, Großhändler und die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Vor allem aber den Patienten sei es nicht mehr vermittelbar, dass die Stabilität der Arzneimittelversorgung zur Senkung der Kosten aufs Spiel gesetzt werde. „Nach dem, was wir in den letzten Monaten erlebt haben, glauben wir nicht, dass dieses Modell noch lange Bestand haben wird“, so Späth.

Einigkeit mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte Späth bei der Frage der internationalen Ausrichtung des Themas. Dieses gehöre auf die europaweite Agenda. „Wir sind froh, dass der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Tragweite des Problems erkannt hat und das leidige Thema Lieferengpässe während der deutschen EU- Ratspräsidentschaft vorantreiben und international nach Lösungen suchen will“, so Späth.

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