Selber absurd! Kuck kontert Hennrich

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Berlin - Noweda-Chef Dr. Michael Kuck hat sich in einem offenen Brief an CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich gewandt und dessen Aussagen zum Großhandel scharf kritisiert. Hennrich hatte das heutige Logistiksystem des Großhandels bei der Berliner Runde des BAH als „absurd“ bezeichnet. Kuck dreht den Spieß um, schließlich mache die Politik die Rahmenbedingungen.

Hennrich hatte dem Großhandel in einer Debatte um Lieferengpässe unter anderem geraten, „mehr in die Bevorratung zu investieren und Abstriche bei der Lieferfrequenz“ zu machen. Kuck kontert: „Tatsächlich gibt es im Rahmen des deutschen Gesundheitssystems und der Steuerung dieses Systems eine ganze Reihe von Absurditäten.“

Der Noweda-Chef führt weiter aus: „Absurd ist es, wenn man in Deutschland – früher bekanntlich die Apotheke der Welt – in Zeiten des grassierenden Coronavirus besorgt sein muss, ob die Versorgung mit Antibiotika dauerhaft sichergestellt werden kann, weil diese zu einem nicht geringen Teil in China produziert werden. Jahrelang hat die Politik alle Warnungen vor einer zu großen Abhängigkeit von anderen Staaten in der Arzneimittelproduktion ignoriert.“

Ebenfalls absurd sei es, dass die Politik dem Apothekensterben tatenlos zusehe und damit der Beschädigung einer einmaligen sozialen Infrastruktur. Inzwischen schließe alle 32 Stunden eine Apotheke, erinnert Kuck. Ferner nehme die Politik hin, dass EU-Versender immer größere Umsatzanteile erzielten und dabei „behördlich praktisch nicht kontrolliert werden“. Vor-Ort-Apotheke und Großhandel als Teil der klassischen Lieferkette hätte dagegen mit immer höheren Auflagen zu kämpfen. In diesem Zusammenhang findet es Kuck auch absurd, „wenn es 21 europäischen Staaten gelingt, die soziale Infrastruktur der eigenen Arzneimittelversorgung durch ein Rx-Versandverbot zu schützen, Deutschland hierzu jedoch keine Möglichkeit sieht.“

Und dann geht der Noweda-Chef auf das Thema Lieferengpässe ein: „Die Politik begegne dem Problem mit Scheinlösungen, wenn als Maßnahme Hersteller und Großhändler Daten liefern sollten, „anstatt die jahrelangen Sparmaßnahmen der Gesetzlichen Krankenkassen als die tatsächliche Ursache der Lieferengpässe ernsthaft zu thematisieren“. Es sei absurd, wenn nun die Logistik der Großhändler ins Visier genommen werde. Anschließend schildert Kuck die aus seiner Sicht die Leistungen des Großhandels. Noch hielten es viele Menschen für selbstverständlich, ihre Medikation unmittelbar nach dem Arztbesuch oder nur wenig später zu erhalten. „Aber das ist es eben nicht“, erinnert Kuck.

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