Inhalatoren-Dreierpack

Ärger im HV: Rabattpräparat mit kurzem Verfall

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Berlin -

Apothekerin Antje Vogel* ärgert sich: Für Salmeterol/Fluticasonpropionat von Aliud, den exklusiven Rabattartikel der AOK Nordost, sind aktuell lediglich Packungen mit Ablaufdatum im August im Umlauf. Das Problem: Es handelt sich um einen Dreierpack, vielen Kundinnen und Kunden ist die Restlaufzeit deshalb zu kurz. „Das verärgert die Patienten regelmäßig und uns natürlich auch.“

Die Viani-Produkte von GSK zählen zu den Klassikern bei verschiedenen Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD. Aliud hat das entsprechende Generikum mit Salmeterol und Fluticasonpropionat auf dem Markt und schafft damit eine kostengünstige Alternative. Aktuell sind die Dreierpacks jedoch nur kurz haltbar: „Ich bekomme das Präparat nur mit einem Verfall von August 2024“, so die Apothekerin.

„Gleichzeitig haben wir keine Defektbelege für Nichtlieferfähigkeit“, so die Pharmazeutin. Denn: „Alle Großhändler sind lieferfähig, aber die Ware hat einen zu kurzen Verfall. Ich finde das nicht in Ordnung, da ansonsten bei Retouren eine Laufzeit des Artikels von mindestens einem Jahr gefordert wird“, berichtet die Apothekerin weiter.

Schlecht fürs Image

Vogel betont, dass sie den Ärger ihrer Kundschaft durchaus verstehen könne, immerhin sei das Problem für einen Laien nicht sofort zu verstehen. Denn: Viele ihrer Kunden gehen davon aus, dass es für die Apothekerin kein Problem ist, den Hersteller zu tauschen und so ein Medikament mit einer längeren Laufzeit anbieten zu können.

Die wiederkehrenden Diskussionen kosten dementsprechend wertvolle Zeit im Apothekenalltag: „Hier entstehen Kosten durch das Handling und das Problemlösen“, erklärt sie. Immerhin müssen das Problem erörtert und eine für den Kunden akzeptable Lösung je nach Fall entweder alleine oder im Team gefunden werden.

Unter Umständen könnte zukünftig eine Retaxation ins Haus stehen, und auch die fordert wieder Zeit für Bearbeitung und Beweisführung.„Ich habe bereits überlegt, jedes Mal pharmazeutische Bedenken als Grund anzugeben, aber das kann eigentlich nicht die Lösung sein“, findet die Apothekerin.

Für sich betrachtet könne das Problem den Eindruck einer Lappalie erwecken, merkt die Apothekerin an. „Für mich ist es ein weiterer Baustein in diesem Irrenhaus Apotheke. Es schadet einfach unserem Image.“

* Name von der Redaktion geändert.

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