Noch viele offene Fragen

Rabattpartner & Co.: CardLink im Praxisalltag

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Berlin -

DocMorris hat seinen von der Gematik gewährten Vorsprung genutzt: Genau eine Woche, nachdem die Versandapotheke die Zulassung für die eigene CardLink-Lösung bekommen hat, folgte der Roll-out in der App. In der kommenden Woche könnte es neue Infos geben, wie die Umsetzung für die Apotheken vor Ort aussehen wird.

Aktuell ist im Markt aufgrund von CardLink viel Bewegung: DocMorris hat Vorsprung, Shop Apotheke (Redcare) folgt wahrscheinlich demnächst. Für die Vor-Ort-Apotheken könnte es im Juni oder Juli interessant werden. Nachdem die Hersteller eHealth Experts, Epotheke, Health Service ERx und Doctorbox direkt nach der Veröffentlichung der Spezifikationen für das Verfahren ihre Anträge bei der Gematik eingereicht haben, geht es nun um die Frage, wie das Ganze vor Ort umgesetzt werden kann.

Eine der großen Fragen aus der Praxis ist da beispielsweise die voraussichtliche Lösung für die Kundenkommunikation. Schließlich sieht CardLink nicht vor, wie mit Rabattpartnern und ähnlichem umgegangen werden soll. Zwar sollen die Kund:innen direkt von zu Hause aus per App und elektronischer Gesundheitskarte (eGK) ihr Arzneimittel in ihrer Lieblingsapotheke (vor)bestellen können, doch dass dieses direkt geliefert werden kann, ist damit noch lange nicht gesagt.

Unbekannte Rabattpartner

Mit dem CardLink-Verfahren selbst haben diese praktischen Fragen nichts zu tun. Das sei nie Teil des Verfahrens und der Anforderungen der Gematik gewesen. Verantwortlich für apothekentaugliche Lösungen sind am Ende die App-Anbieter.

Eine Lösung wird es hier zum Beispiel von den Akteuren geben, die sich schon heute auf dem E-Rezept-App-Markt bewegen. Zwar können Plattformen und Softwarehäuser und andere Anbieter heute noch nicht präsentieren, wie die Bedienung für Kund:innen und Apothekenteams im Fall von CardLink-Bestellungen aussehen werden – immerhin muss hier immer noch auf grünes Licht durch die Gematik gewartet werden.

Doch wer die bisherigen Systeme kenne, könne davon ausgehen, dass sich alles am Ende ähnlich verhält wie jetzt auch schon bei Bestellungen, die über den QR-Code aufgegeben werden. „Die einen werden es besser umsetzen, die anderen schlechter“, heißt es aus Marktkreisen. Welche Lösung am Ende am tauglichsten ist, entscheiden Apotheken und Anwender:innen. Viele Anwendungen bieten schon jetzt die Möglichkeit zur Kommunikation mit den Kund:innen – das wird beim Einsatz von CardLink nicht anders. „Aber da wird sich jeder App-Anbieter differenzieren.“

Eine kommerzielle Lösung für den Markt gebe es nun mal aber aktuell noch nicht. Deshalb heiße es für alle Beteiligten: Abwarten. „Sobald der Erste an den Start geht, stellt sich die Frage: Hat man auf das richtige Pferd gesetzt?“ Dem Vernehmen nach arbeitet die Gedisa mit ihrer standeseigenen Lösung gerade mit Hochdruck daran, ein marktumfassendes Produkt zu schaffen und auch die anderen Player hinter sich zu bringen – um den Apotheken eine zwar kostenpflichtige, aber möglichst günstige und umfassende Lösung zu ermöglichen.

„Jeder redet mit jedem“

Auf welchen der vier Hersteller die einzelnen Plattformen und App-Anbieter setzen, ist häufig ein mehr oder weniger gut gehütetes Geheimnis. „Jeder redet mit jedem. Alle reden, alle entwickeln.“ Festlegen fällt gerade einfach schwer, da niemand absehen kann, wer als nächstes zum Zug kommt oder überhaupt bei der Gematik Erfolg hat.

Dass es nun noch etwa zwei bis drei Monate dauert, ehe auch die Apotheken CardLink bieten können, sei aber nicht als Rückschlag zu sehen, immerhin sei das Verfahren auch noch nicht zu den Kund:innen durchgedrungen. Doch hinter den Kulissen steige der Druck. Und der Wunsch, das Ganze interoperabel und gemeinsam zu gestalten und für alle Apotheken vor Ort gleichwertig, um den Versendern nicht noch mehr in die Karten zu spielen. Bis dahin brauche es noch etwas Zeit, auch für die Diskussionen um die Preisgestaltung. Die bereits von Gesund.de ins Spiel gebrachten 99 Euro extra seien nämlich für viele Apotheken uninteressant, da zu teuer.

Die Gedisa hatte bereits Ende März angekündigt, alle Marktteilnehmer zur Arbeit an einer diskriminierungsfreien Lösung einzuladen. „Und natürlich halten wir alle Marktpartner weiterhin auf dem Laufenden, auch bezüglich Pricing“, heißt es dazu heute noch einmal.

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