Apotheker: Jamaika wird uns nicht helfen

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Berlin - Das Rx-Versandverbot ist vorerst der Diskontinuität zum Opfer gefallen – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will sein Vorhaben aber wieder mit in die Koalitionsverhandlungen nehmen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Kommt Jamaika oder doch noch die große Koalition? Wer verhandelt Gesundheit? Die Apotheker und ihre Angestellten sind wenig zuversichtlich, dass ihre großen Themen von der neuen Regierung gelöst werden, so das Ergebnis einer APOSCOPE-Umfrage aus der Reihe ACAlert im Auftrag von ACA Müller ADAG Pharma.

Die Union hat bei der Bundestagswahl den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Rechnerisch möglich sind eine Jamaika-Koalition mit FDP und Bündnis 90/Die Grünen oder eine Neuauflage der großen Koalition mit der SPD. Doch die Sozialdemokraten wollen lieber in die Opposition. Vor der Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober wird aller Wahrscheinlichkeit nach nichts entschieden, eine neue Regierung – in welcher Zusammensetzung auch immer – bekommt Deutschland vermutliche erst gegen Jahresende.

Was das Wahlergebnis für die Apotheken bedeutet, ist für viele 306 Teilnehmer der APOSCOPE-Umfrage daher noch nicht klar – die Erwartung ist tendenziell negativ: 44,1 Prozent bewerten das Ergebnis als neutral, 25,1 Prozent als überwiegend oder sehr schlecht für die Apotheken. Dagegen sehen nur 14,7 Prozent den Wahlausgang positiv für die Offizin.

Das zeigt sich in den sehr konkreten Anliegen der Apotheker. So glauben nur 6,4 Prozent der Inhaber, dass die neue Regierung ein Rx-Versandverbot beschließen wird. Weitere 19,1 Prozent haben immerhin noch Hoffnung. Doch die Mehrheit stimmt der Aussage, dass ein Rx-Versandverbot kommt, kaum (46,8 Prozent) oder überhaupt nicht (25,5 Prozent) zu. Die Angestellten sind in dieser Frage spürbar optimistischer: Immerhin 22,4 Prozent hoffen noch auf einen neuen Anlauf des Gesetzgebers.

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