Schlappe für Merkel – AfD klar dritte Kraft

, Uhr aktualisiert am 25.09.2017 08:46 Uhr

Berlin - Die Bundestagswahl hat eine Schlappe für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gebracht sowie einen unerwartet starken Stimmenzuwachs für die rechtspopulistiche AfD, die klar drittstärkste Kraft wird. Union und SPD verlieren insgesamt stark. Die FDP zieht wieder in den Bundestag ein. Die SPD hat bereits angekündigt, nicht mehr in eine große Koalition gehen zu wollen.

Laut dem vorläufigen aktuellen Endergebnis kommt die Union nur noch auf 33 Prozent – ein historisch schlechtes Ergebnis. Auch die SPD verliert weiter auf einen neuen Tiefstwert, die Sozialdemokraten landen bei 20,5 Prozent. Drittstärkste Kraft wird die AfD mit 12,6 Prozent, die erstmals in den Bundestag einzieht. Die FDP kehrt mit 10,7 Prozent in den Bundestag zurück. Die Linke kommt auf 9,2 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen landen bei 8,9 Prozent knapp dahinter. Für andere Parteien stimmten 5 Prozent.

Die SPD-Führung hat bereits beschlossen, nicht erneut in eine große Koalition mit der Union gehen zu wollen. Sie will in der Opposition ihre Wunden lecken, die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles könnte Fraktionsführerin werden. Für ein Regierungsbündnis bleibt daher realistischerweise nur eine sogenannte Jamaika-Koalition. Die Herausforderung: Mit CDU, CSU, FDP und Grünen müssten vier Parteien auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Die Union wurde vom Wähler besonders abgestraft, um 8,6 Prozentpunkte stürzte das Ergebnis im Vergleich zu 2013, vor allem die CSU in Bayern hat viel Zustimmung eingebüßt. Auch der bisherige Oppositionspartner SPD fiel weiter zurück. Nach einem Verlust von 5,2 Prozentpunkten sind die Sozialdemokraten kaum noch als „Volkspartei“ zu bezeichnen. Linke (+0,6) und Grüne (+0,5) konnten sich leicht verbessern.

Gewinner ist die rechtspopulistische AfD, die um 7,9 Punkte zulegen konnte und somit bei ihrem ersten Einzug ins Parlament sofort drittstärkste Kraft wird. Die FDP konnte ebenfalls deutlich zulegen (+6 Prozent), verpasste es aber, sich hinter Union und SPD zu positionieren.

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