Abda: Kein Abschlag auf Corona-Zuschläge

, Uhr

Berlin - Zu Wochenbeginn hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Eilverordnung ein Honorar von fünf Euro für den Botendienst festgesetzt. Außerdem sollen Apotheken bei Lieferengpässen von der Packungsgröße oder Wirkstärke eines Medikamentes abweichen oder es nach Rücksprache mit dem Arzt gegen ein ähnliches (aut simile) austauschen können. Die Abda unterstützt die Änderungen, hat allerdings noch Korrekturwünsche.

„Für die von der Bundesregierung geleistete Arbeit zur Bewältigung der aktuellen Covid-19-Pandemie bedanken wir uns“, so die Abda-Stellungnahme zu der Eilverordnung: „Wir begrüßen die vorgesehene Möglichkeit der Vergütung des Botendienstes von Apotheken mit einem Betrag von fünf Euro, durch die eine Versorgung der Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen, zur Minimierung von Infektionsrisiken oder aus sonstigen Gründen die Apotheke nicht besuchen können, sichergestellt werden kann. Wir begrüßen ebenfalls die Verankerung eines Förderzuschlags in Höhe von 250 Euro zulasten der gesetzlichen Krankenkassen.“ Man gehe davon aus, dass es sich bei den genannten Beträgen um Nettobeträge handeln soll und „regen insofern eine entsprechende ausdrückliche Formulierung im Gesetzestext an“.

Dann wünscht die Abda eine Präzisierung des Verordnungstextes: Die Formulierungen zum Botendienst sollte in zweierlei Hinsicht überarbeitet werden: Zum einen handele es sich nicht um einen „Zuschlag“ im Sinne der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV), der Bestandteil des eigentlichen Arzneimittelabgabepreises wäre.

Dies würde den Apothekenabgabepreis als Anknüpfungspunkt für weitere Regelungen des Sozialgesetzbuch (SGB V) ungewollt ändern – zum Beispiel für Zuzahlung und Abschläge, und „wäre auch abrechnungstechnisch kaum abbildbar“, merkt die Abda an. Vielmehr handele es sich um einen Zusatzbetrag – ähnlich den Beträgen für Betäubungsmittel („Dokumentationsgebühr“). Zum anderen fehle noch eine Regelung zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

„Verschwendung von Versichertengeldern“
Kassen: Apotheken müssten mehr fürs E-Rezept zahlen »
Privatärzt:innen dürfen impfen
Covid-19-Impfstoff bald auf Privatrezept »

Mehr aus Ressort

Entscheidung für AstraZeneca
Spahn mit Vaxzevria geimpft »
Engpässe durch Parallelhandel – was tun?
Drei (ungeeignete) Reformvorschläge gegen Reimporte »
Weiteres
Hohe Unzufriedenheit mit Abda, BMG und Gematik
E-Rezept-Einführung: Apotheken glauben nicht mehr dran»
Callmyapo und deine Apotheke werden abgelöst
Gesund.de: Die Konditionen»
Kein Halbieren mehr nötig
Sanofi: Neue L-Thyroxin-Stärken»
30 Prozent Einbruch bei Erkältung
Bayer: OTC-Geschäft im Minus»
Entscheidung für AstraZeneca
Spahn mit Vaxzevria geimpft»
Engpässe durch Parallelhandel – was tun?
Drei (ungeeignete) Reformvorschläge gegen Reimporte»
Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B