Kurzes Leben: Spahn streicht Wiederholungsrezepte

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Berlin - Erst zum 1. März wurden die Wiederholungsrezepte mit dem Masernschutzgesetz eingeführt. Ärzte dürfen damit chronisch Kranken die Dauermedikation so verordnen, dass mit ein und demselben Rezept mehrere Abgaben möglich sind. Jetzt macht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine 180 Grad-Kehrtwende. Die Wiederholungsrezepte werden im Zuge der Corona-Eilverordnung wieder abgeschafft – eben wegen Corona.   

„Abweichend von § 31 Absatz 1b sind Verordnungen zur wiederholten Abgabe von Arzneimitteln nicht zulässig“, heißt es in der Verordnung. Damit werde „in der derzeitigen Situation der SARS-CoV-2-Epidemie die Ausstellung von Rezepten nach § 31 Absatz 1b (sog. Wiederholungsrezept) für unzulässig erklärt“, so die Begründung. Die Regelung sei „erst am 1. März 2020 in Kraft getreten“. Welchen Zusammenhang es zwischen Wiederholungsrezepten und der Corona-Krise gibt, erläutert die Verordnung nicht.

Lange hatten der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband über die Details des Wiederholungsrezeptes verhandelt, doch bis zuletzt waren verschiedene Punkte in Bezug auf die Belieferung und Abrechnung offen geblieben. Dies veranlasste den DAV sogar dazu, an die Ärzte zu appellieren, kein Wiederholungsrezept auszustellen. Später riet der DAV gar davon ab, Mehrfachverordnungen zu beliefern.

Seit 1. März durften für chronisch Kranke sogenannte Wiederholungsrezepte ausgestellt werden. Dies war zunächst auch eine Forderung der Abda gewesen. Diese ermöglichen eine Mehrfachabgabe des verordneten Arzneimittels. Insgesamt viermal – Erstabgabe plus drei Wiederholungen – darf das Medikament in jeweils derselben Packungsgröße von der Apotheke abgegeben werden. Das wird jetzt wieder außer Kraft gesetzt – zumindest so lange wie die Eil-Verordnung gilt, längstens also bis zum 31. März 2021.

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