Rx-Versandverbot

ABDA: „Der Versuchung erlegen“ Lothar Klein, 13.11.2018 13:36 Uhr

Berlin - Fast zwei Jahre lang hat die ABDA „aus allen Rohren“ für das Rx-Versandverbot als politische Antwort auf das EuGH-Urteil gekämpft. Inzwischen sind die roten Karabinerhaken wieder verschwunden. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hat nicht nur zum geordneten Rückzug gerufen: Jetzt soll sogar Ex-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für die knallharte, aber wie sich abzeichnet erfolglose Strategie verantwortlich sein.

Nach einem Bericht der Pharmazeutischen Zeitung über die Mitgliederversammlung der Apothekerkammer Sachsen sagte Schmidt, das Verbot des Rx-Versandhandels solle nicht mehr das Maß aller Dinge in der politischen Arbeit der Apotheker sein. „Mit dem Beharren auf diesem einen Thema lösen wir nicht die vielen aktuellen Probleme des Berufsstands“, zitiert die PZ Schmidt, der aber „unverrückbar an der Gleichpreisigkeit“ festhalten wolle.

Nach dem Gesetzesentwurf des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe zum Verbot des Rx-Versandhandels sei die Standesvertretung „der Versuchung erlegen, die gesamte berufspolitische Arbeit auf dieses Problem zu fokussieren“. Für ihn sei dies damals auch richtig gewesen, so Schmidt im Interview mit dem ABDA-Hausblatt. Jedoch sei der Berufsstand mit seinem Kernargument der Gleichpreisigkeit öffentlich nicht durchgedrungen. Zur Erinnerung: Im Mitte Dezember 2016 legte Gröhe seinen Referentenentwurf für ein Rx-Versandverbot vor. Bereits im Ende Oktober, kurz nach dem EuGH-Urteil, hatte die ABDA mit ihrer Karabiner-Kampagne begonnen. „Wir werden aus allen Rohren schießen. Dieser destruktive Eingriff in die Rechtsordnung, in funktionierendes Gesundheitswesen muss geheilt werden“, so der ABDA-Präsident damals.

Dabei seien durch die einseitige Fokussierung auf Versandhandel die anderen Probleme eher „durchgerutscht“, sagte Schmidt laut PZ mit Blick auf wirtschaftliche Probleme kleinerer Apotheken und den Nachwuchsmangel, der inzwischen sogar in Ballungsgebieten offensichtlich sei. „Diese Probleme sind evident und verschwinden nicht, wenn das Versandhandelsverbot käme“, zitiert die PZ Schmidt weiter.

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