„Rx-Versandverbot nicht abkaufen lassen“

Siemsen poltert gegen Minister: Spahn liebt Spahn Lothar Klein, 20.11.2018 12:45 Uhr

Berlin - Hamburgs Kammerpräsident Kai-Peter Siemsen hat die Apotheker aufgefordert, selbstbewusst in die entscheidenen Gespräche mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über die Umsetzung des im Koalitionsvertrag versprochenen Rx-Versandhandelsverbots zu gehen. Scharfe Kritik übte Siemsen an Spahns Vorgehen: „Spahn liebt Spahn“, sagte er auf der Kammerversammlung laut Redemanuskript. Außerdem fordert er eine Reform der ABDA.

Hamburgs Kammerpräsident kritisierte zum Auftakt seines politischen Lageberichts Spahns Auftritt auf dem Deutschen Apothekertag (DAT): Spahn habe den DAT „als seine Bühne“ zelebriert, anstatt wie angekündigt konkrete Vorschläge zu präsentieren. Siemsen: „Je mehr er Widerstand oder Ablehnung spürt, desto selbstgefälliger präsentiert er sich, ohne inhaltlich Tiefgründiges beizutragen. Spahn liebt Spahn!“ Allerdings habe der Gesundheitsminister deutlich durchblicken lassen, dass es ein Rx-Versandverbot mit ihm wohl nicht geben werde.

„Zur Dämpfung unserer Wünsche“ habe Spahn noch kurz das 2hm-Gutachten aus der Schublade aufblitzen lassen und noch einen vergifteten Vorschlag für die Apothekerschaft unterbreitet, „in dem er uns das Impfen anbietet“. „Als ob dieses Leckerli auch nur annähernd unsere Honorarunterversorgung beheben könnte. Dafür wusste er aber um die reflexartige Reaktion der Ärzteschaft, die uns erstmal wieder beschäftigen sollte. Sowas nenne ich unanständig und respektlos“, so Siemsen.

Um seine Karriere voranzutreiben, egal ob im aktuellen Wahlkampf um den Parteivorsitz oder eine mögliche spätere Kanzlerkandidatur, müsse Spahn jetzt im Gesundheitsministerium Erfolge, sprich Gesetze, präsentieren. Diese Erfolge müssten „hipp sein, der Masse gefallen“. Sie müssten modern und groß sein. Da komme es auf Nachhaltigkeit nicht so an, sagte Siemsen. Die Zukunft sei ungewiss. Gewiss sei nur, dass Spahn denn Apothekenmarkt genauestens kenne und nicht aus Unwissenheit entscheide. „Nur, ob uns seine Entscheidungen gefallen werden, ist mit Sicherheit nicht sicher“, so Siemsen.

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