Kommentar

Ziel verfehlt, Freunde verprellt Lothar Klein, 13.11.2018 15:22 Uhr

Berlin - Man kann niemanden verbieten, dazuzulernen. Das gilt insbesondere für die Politik. So gesehen ist der Kursschwenk der ABDA in Sachen Rx-Versandverbot nur folgerichtig und der Realität geschuldet. Wer sich aber wie die ABDA so rasant in die politische Kurve legt, muss Acht geben, dass er sich nicht noch mehr Schrammen am politischen Renommee einfängt als unbedingt nötig, kommentiert Lothar Klein.

Keine Frage, die ABDA tut sich schwer, ihre politische Kurskorrektur in den eigenen Reihen zu kommunizieren. Seit dem Abschluss des Deutschen Apothekertages (DAT) in München hört man von ABDA-Präsident wundersame Töne: „Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Wir kommen mit unserer klassischen Haltung nicht mehr weiter“, hinterließ Schmidt mit seinem Schlusswort eine staunende Delegiertenschar. Wenige Tage später legte er im ABDA-Hausblatt PZ nach. Man werde „Kröten schlucken“ müssen, hieß es plötzlich.

Zwar trägt die ABDA die Forderung nach der Wiederherstellung der Gleichpreisigkeit immer noch wie eine Monstranz vor sich her. Aber vermutlich wird auch diesen Ziel mit einem Plan B nicht erreichbar sein. Das wird die Kröte sein, die vielen an der Basis im Halse stecken bleiben dürfte. Die Mehrheit der Mitgliedsorganisationen hat die ABDA bereits auf ihre Seite gezogen. Von Verbänden und Kammern droht keine Gefahr bei der am 5. Dezember anstehenden Abstimmung über den Plan B.

Allerdings rumort es an der eigentlichen Basis in der Apotheke an der Ecke. Dort fühlen sich viele Apotheker verschaukelt, die für die ABDA immerhin über eine Million Unterschriften von ihren Patienten eingesammelt haben, als ginge es tatsächlich um die Existenz der Arzneimittelversorgung. Was sollen diese Apotheker jetzt denselben Patienten sagen? April, April, war alles nicht so gemeint?

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