Antikörper gegen Migräne zugelassen

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Berlin - Vorhang auf für ersten Antikörper zur Migräne-Prophylaxe: Novartis hat für Aimovig (Ereneumab) die EU-Zulassung erhalten. Die Entscheidung fiel nur zwei Monate nach der Zulassungsempfehlung. In den USA ist der monoklonale Antikörper bereits seit Mai und in der Schweiz seit etwa zwei Wochen zugelassen. In der Pipeline stehen drei weitere Vertreter.

Aimovig ist eine Entwicklung von Novartis und Amgen. Die Markteinführung in den USA sei beispiellos gewesen, wird Novartis-Chef Vas Narasimhan zitiert, der von einem guten Vorzeichen für die Lancierung in Europa spricht. Die Nachfrage in den USA habe positiv überrascht. Analysten prognostizieren Novartis für Aimovig einen weltweiten Spitzenumsatz von 300 Millionen US-Dollar.

Erenumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei Patienten mit chronischer Migräne die Zahl der auftretenden Attacken und somit den Schmerzmittelgebrauch reduzieren kann. Der Wirkstoff greift gezielt am Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-Rezeptor an, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne maßgeblich beteiligt ist. CGRP ist ein Botenstoff, der vermehrt bei einer Migräneattacke freigesetzt wird und als Entzündungsprotein bei Migräne eine zentrale Rolle spielt. Das proinflammatorische Neuropeptid ist für die Gefäßerweiterung verantwortlich.

Für die Akutbehandlung einer Migräneattacke ist der Arzneistoff nicht geeignet. Die Antikörpertherapie ist zur Migräne-Prophylaxe bei Erwachsenen, die mindestens an vier Tagen pro Monat an einer Attacke leiden, indiziert. Die Antikörpertherapie wird einmal monatlich injiziert. Zu den häufigen möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen zählen Schmerzen beziehungsweise Reaktionen an der Injektionsstelle, Verstopfung, Übelkeit und Infektionen der oberen Atemwege. Aimovig kommt als Injektionslösung zu 70 mg auf den Markt.

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