Analgetika

Fresh-up: OTC-Schmerzmittel im Überblick APOTHEKE ADHOC, 12.10.2018 14:45 Uhr

Berlin - Was war noch mal die Tageshöchstdosis für Paracetamol? Darf Ibuprofen in der Schwangerschaft eingenommen werden? Antworten zu diesen und weiteren Fragen liefert der Fresh-up. Im LABOR steht die Übersicht als Download bereit.

Acetylsalicylsäure (300 bis 500 mg)

Wirkmechanismus: nicht-selektive Hemmung der Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2
Indikation: Leichte bis mäßig starke Schmerzen, wie zum Beispiel Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen; Fieber
Dosierung: Kinder von sechs bis 14 Jahren nehmen 250 bis 500 mg als Einzeldosis, im Abstand von vier bis acht Stunden maximal dreimal täglich; Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene nehmen 500 bis 1000 mg als Einzeldosis, im Abstand von vier bis acht Stunden maximal dreimal täglich
Schwangerschaft und Stillzeit: nicht empfohlen
Absolute Kontraindikationen: Geschwüre im Verdauungstrakt, erhöhte Blutungsneigung, Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Wechselwirkungen: unter anderem mit Clopidogrel, Vitamin E, Digoxin, Lithium, Methotrexat und Valproinsäure
Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Magenblutungen, Geschwüre im Verdauungstrakt, gastrointestinale Mikroblutungen, allergische Reaktionen, vor allem bei Asthmatikern Anfälle von Atemnot

Ibuprofen (200 bis 400 mg)

Wirkmechanismus: nicht-selektive Hemmung der Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2
Indikation: Leichte bis mäßig starke Schmerzen, wie zum Beispiel Kopf- , Zahn- und Regelschmerzen; Fieber
Dosierung: Ibuprofen wird in Abhängigkeit von Körpergewicht beziehungsweise Alter dosiert, in der Regel mit 7 bis 10 mg/kg als Einzeldosis, bis maximal 20 bis 30 mg/kg als Tagesgesamtdosis. Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen als Einzeldosis 200 bis 400 mg. Tageshöchstdosis: 1200 mg Ibuprofen
Schwangerschaft und Stillzeit: Im ersten und zweiten Trimenon nur nach Rücksprache mit dem Arzt anzuwenden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist Ibuprofen kontraindiziert. Der Wirkstoff geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über, bei kurzfristiger Anwendung ist eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich.
Absolute Kontraindikationen: Unverträglichkeit, ungeklärte Blutbildungsstörungen, Magen-/Zwölffingerdarmgeschwüren (auch in der Vergangenheit), Asthmaanfälle und Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch in Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR, Hirnblutungen, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, schwere Herzinsuffizienz
Wechselwirkungen: unter anderem mit Gerinnungshemmerm, ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, Digoxin, Phenytoin, Lithium, kaliumsparende Diuretika
Nebenwirkungen: peptische Ulzera, Perforationen oder Blutungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Bluterbrechen, ulzerative Stomatitis

Paracetamol (500 bis 1000 mg)

Wirkmechanismus: Starke Hemmung der cerebralen, schwache Hemmung der peripheren Prostaglandinsynthese, Beeinflussung des hypothalamischen Temperaturregulationszentrums
Indikation: leichter bis mäßig starke Schmerzen, Fieber
Dosierung: Paracetamol wird in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter dosiert, in
der Regel mit 10-15 mg/kg als Einzeldosis, bis maximal 60 mg/kg als Tagesgesamtdosis.
Kinder, Jugendliche ab 12 Jahren und 43 kg sowie Erwachsene nehmen 500 bis 1000 mg
als Einzeldosis. Tagesmaximaldosis: 4000 mg.
Schwangerschaft und Stillzeit: Anwendung möglich
Absolute Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff oder Hilfsstoffe
Wechselwirkungen: unter anderem mit Probenecid, Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin
Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen, Anstieg der Lebertransaminasen, Thrombozytopenie, Agranulozytose

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