Paracetamol: Besser 1000 als 500 mg

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Berlin - Viel hilft viel – ein Sprichwort, das laut Schmerzexperten auch für Paracetamol gilt. Denn höhere Dosierungen können Schmerzen länger und effektiver lindern. Und das, ohne eine Erhöhung des Nebenwirkungsrisikos.

Paracetamol wird weltweit zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Schmerzen eingesetzt. Allerdings gibt es international Unterschiede in der Dosierung, weiß Dr. Charly Gaul, ärztlicher Direktor der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. In Deutschland wird meist auf die Dosierung zu 500 mg zurückgegriffen, in Frankreich und Spanien ist die Dosierung zu 1000 mg prominenter. Studien zeigen, dass die höhrere Dosis bei Erwachsenen mit akuten Schmerzen wirksamer ist. Ist Paracetamol in Deutschland nur deswegen das zweitbeliebteste Analgetikum, weil die optimale Dosis nicht erreicht wird?

Deutsche Patienten empfinden laut Gaul Paracetamol im Vergleich zu anderen Europäern als weniger wirksam. Ein möglicher Grund: Eine zu gering angesetzte Dosierung. Gaul zufolge hat eine Umfrage unter 2000 Erwachsenen zwischen 18 und 75 Jahren ergeben, dass hierzulande 71 Prozent nur eine einmalige Dosis von 500 mg Paracetamol einnehmen. 91 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass dies die korrekte Dosis sei.

In einem Review analysierte Gaul die Studienlage zu Paracetamol. Die Daten zeigen, dass der Wirkstoff zu 1 g gegenüber der geringeren Dosis zu 500 mg in Wirksamkeit und Dauer signifikant überlegen ist, ohne das Nebenwirkungsrisiko zu erhöhen. In hoher Dosierung erfuhren 64 Prozent der Patienten eine Schmerzlinderung um die Hälfte, in der geringeren Dosierung waren es 52 Prozent. Zudem bringe dir richtige Dosierung im Akutfall auch Vorteile. So könne das Risiko einer Chronifizierung bei Kopfschmerzpatienten gemindert werden.

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