Ibuprofen/Paracetamol: Alternierende Gabe sinnvoll?

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Berlin - Für die Behandlung fiebernder Kinder werden in der Regel entweder Ibuprofen oder Paracetamol einzeln oder die beiden Arzneistoffe abwechselnd eingesetzt, wie aus dem Versorgungsalltag ersichtlich wird. Die Wirksamkeit der einzelnen Substanzen ist bewiesen, doch wie sieht es mit der Evidenz der alternierenden Gabe aus?

Im Vergleich zu Erwachsenen entwickeln Kinder deutlich häufiger Fieber. So kann die Körpertemperatur bei harmlosen Infekten, aber auch bei körperlicher Aktivität ansteigen. Im Allgemeinen ist Fieber als eine Schutzreaktion des Körpers zu verstehen. Der Sinn liegt darin, dass sich Krankheitserreger bei Fieber schlechter vermehren können, das heißt, es in ein Signal für die Auseinandersetzung des Körpers mit einer Erkrankung. In diesem Zusammenhang ist auch die Begriffsdefinition von Bedeutung: Ein Kind hat Fieber, wenn die Körpertemperatur bei mehr als 38,5 Grad liegt. Bei Werten darüber spricht man von hohem Fieber, bei Werten zwischen 37,6 und 38,5 Grad von erhöhter Temperatur.

Ibuprofen und Paracetamol sind bewährte antipyretisch wirksame Substanzen, die bei Kindern in Form von Zäpfchen oder Saft zum Einsatz kommen. Aus dem Apothekenalltag ist bekannt, dass manche Ärzte gerne eine alternierende Gabe empfehlen. So soll das Fieber effektiver gesenkt werden, als bei einer einzelnen Gabe eines Wirkstoffs. Wissenschaftler haben sich mit diesem Thema schon befasst. Mehrere Arbeitsgruppen weisen darauf hin, dass die alternierende beziehungsweise kombinierende Gabe der beiden Antipyretika an fiebernden Kindern zu Dosierungsirrtümern mit dem Risiko von Überdosierungen führen kann. Da Ibuprofen renal eliminiert wird, sind toxische Wirkungen auf die Niere, im Fall von Paracetamol auf die Leber denkbar.

Die Wissenschaftler um Dr. Erlewyn-Lajeunesse verglichen in einer randomisierten Studie von 2006 die fiebersenkende Wirkung von Paracetamol, Ibuprofen und der Kombination beider Substanzen. Nach einer Stunde unterschied sich die Körpertemperatur bei den Kindern, die die Kombination bekamen und bei denen, die nur Paracetamol bekamen, lediglich um weniger als einen halben Grad. Den Autoren zufolge ist der Unterschied zu gering, um eine routinemäßige Anwendung zu rechtfertigen. Der Unterschied zwischen der Kombination und Ibuprofen war bei dieser Analyse nicht signifikant.

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