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Analgetika nur noch mit Warnhinweis

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Berlin -

Der Bundesrat hat entschieden: OTC-Analgetika sollen künftig einen Warnhinweis tragen. In der heutigen Sitzung der Länderkammer wurde die Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (Analgetika-WarnhV) beschlossen. Ziel der Neuerung sind Risikominimierung und Schutz der Bevölkerung. Pflicht werden die Hinweise in zwei Jahren.

Rezeptfreie Schmerzmittel würden oftmals zu lang von den Verbrauchern eingenommen. Der verpflichtende Warnhinweis soll Anwender davon abhalten, die Arzneimittel über die empfohlene Höchstdauer hinaus anzuwenden. Betroffen sind OTC-Analgetika mit Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol, Phenazon und Propyphenazon zur oralen und rektalen Anwendung, die zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber zugelassen sind.

Studien zufolge würden ein Fünftel der Frauen und etwa ein Drittel der Männer, die betroffenen Schmerzmittel über den empfohlenen Zeitraum hinaus einnehmen. Etwa jeder zweite Erwachsene nehme innerhalb von vier Wochen mindestens einmal ein OTC-Analgetikum. Über die Hälfte der Studien-Teilnehmer, die freiverkäufliche Arzneimittel länger als vier Tage einnimmt, tut dies ohne ärztlichen Rat. Dies könne zu schwerwiegenden Gesundheitsrisiken führen. Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden oder Schlaganfälle könnten die Folgen sein.

Die Analgetika-WarnhV diene dem Schutz der Verbraucher. „Es sei es nicht vertretbar, Entscheidungen über die Anbringung von Warnhinweisen auf OTC-Analgetika den pharmazeutischen Unternehmen oder, bei Rezeptur- oder Defekturarzneimitteln, den Apotheken zu überlassen“, ist in der Beschlussvorlage zu lesen. Es seien einheitliche Festlegungen erforderlich.

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