Warnhinweis auch für Grippostad & Co.?

, Uhr
Berlin -

Seit 1. Juli ist die Analgetika-Warnhinweisverordnung (AnalgetikaWarnHV) in Kraft. Apothekenpflichtige Schmerzmittel sollen den verpflichtenden Hinweis zum Schutz der Verbraucher auf der Vorderseite der Verpackung tragen. Apotheker müssen den Hinweis entsprechend auf den Angebotsflyern aufbringen. Auch Komplexmittel zur Behandlung von Erkältungskrankheiten enthalten die betroffenen Wirkstoffe. Müssen auch sie den Warnhinweis tragen?

Der Anwendungsbereich der AnalgetikaWarnHV ist klar definiert. Laut § 1 gilt die Verordnung für Humanarzneimittel und Präparate, die „ausschließlich zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber“ vorgesehen sind. Eingeschlossen sind Arzneimittel zur oralen und rektalen Anwendung, die nicht der Verschreibungspflicht unterliegen und Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol, Phenazon oder Propyphenazon enthalten.

Betroffen sind auch Arzneimittel nach § 1 a Absatz 8 und 9 der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), sprich Rezeptur- und Defekturarzneimittel. Die AnalgetikaWarnHV gilt für rein nationale Zulassungen sowie jene aus dem gegenseitigen Anerkennungsverfahren oder dem dezentralen Verfahren sowie Parallelimport- und Standardzulassungen. Arzneimittel, die entsprechend den rechtlichen Vorgaben als Prüfpräparate eingestuft werden, sind nicht betroffen.

Arzneimittel, die vor dem 1. Juli zugelassen wurden, müssen mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren – bis zum 30. Juni 2020 – den Warnhinweis „Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben“ in deutlich lesbarer Schrift und dauerhaft auf der Vorderseite der Verpackung tragen. Alle OTC-Analgetika, die nach dem 1. Juli zugelassen werden, dürfen ab sofort mit dem Warnhinweis in den Verkehr gebracht werden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr aus Ressort
„Kann das meinen Mitarbeitern nicht mehr antun“
Nervliche Belastung: Inhaber stoppt Bürgertests »
Weiteres