AVWL begrüßt Warnhinweis

Michels: „Schmerzmittel sind keine Bonbons“ APOTHEKE ADHOC, 13.06.2018 12:57 Uhr

Berlin - OTC-Analgetika sollen in Zukunft einen Warnhinweis auf der Verpackung tragen. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) begrüßt die Entscheidung des Bundesrats.

„Schmerzmittel sind keine Bonbons, das ist leider noch immer vielen Patienten nicht bewusst“, sagt der AVWL-Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Michels. Studien zufolge würden ein Fünftel der Frauen und etwa ein Drittel der Männer, OTC-Schmerzmittel über den empfohlenen Zeitraum hinaus einnehmen. Der fehlerhafte Gebrauch kann schwerwiegende Gesundheitsrisiken wie Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden oder Schlaganfälle verursachen.

„Grundsätzlich gilt, dass rezeptfreie Schmerzmedikamente nicht länger als drei bis vier Tage hintereinander eingenommen werden sollten“, sagt Michels. Zudem warnt er, individuelle Faktoren wie Begleiterscheinungen, Alter oder Schwangerschaft zu berücksichtigen. Zwar enthalten die Produktinformationen entsprechende Hinweise, aber diese würden von den Verbrauchern nicht gelesen. Um so wichtiger sei die persönliche Beratung in der Apotheke vor Ort, denn als Ersatz dafür sieht Michels den Analgetika-Warnhinweis nicht, „wohl aber als sinnvolle Erstinformation und Erinnerung“.

„Wir Apotheker vor Ort sind verpflichtet, jeden Patienten vor Abgabe eines Medikaments über die Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären“, sagt der AVWL-Vorstandsvorsitzende. Wer im Internet bestellt, erhalte häufig nur eine unzureichende oder gar keine Aufklärung. Medikamente würden zu einem bloßen Konsumgut, dies sei eine fatale Entwicklung.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

OTC-Hersteller

Umbruch bei Sanofi»

Klägerin legt Berufung ein

Streit um Verhütungspille Yasminelle geht in nächste Instanz»

Pharmakonzerne

Wegen Pfizer: GSK-Chairman tritt ab»
Politik

Apothekenreform

Kiefer: Mehr Dienstleistungen, mehr Honorar»

Digitalisierung

Rechnungshof moniert schleppende Vernetzung des Gesundheitswesens»

Berlin

Neues Zentrum für internationalen Gesundheitsschutz»
Internationales

Apothekenketten

Walgreens und Microsoft gehen gemeinsam auf Datenjagd»

Versorgung in Großbritannien

Brexit: Pharmaverbände befürchten Engpässe»

Schneemassen in Österreich

Apothekendach geräumt: Team atmet auf»
Pharmazie

AMK-Meldung

Heumann ruft Irbesartan zurück»

Erkältung-Kombis

Grippemittel: Wer mischt mit?»

Humane Papillomviren

Gebärmutterhalskrebs: Impfstoff als Therapie»
Panorama

Medikamenten-Hilfsprojekt

Easy-Apotheke + Kneipe = Obdachlosenhilfe»

Hilfsmittel

Das Inkontinenz-Dilemma»

Immer weniger Kunden

Apothekerin schließt – und wechselt zur Konkurrenz»
Apothekenpraxis

Pilotprojekt

Notdienst: Apotheken-Terminal in der Arztpraxis»

Reaktion auf SZ-Artikel

Apothekerin an Journalistin: Bringen Sie einen Schlafsack mit!»

Einmal das Mittel aus der Werbung! (Teil 2)

Von fliegenden Pfannkuchen und Schmerzausschaltern»
PTA Live

Trier

Schnuppertag für den PTA-Nachwuchs»

Konkurrenzkampf im Team

Wenn der Kollege zum Feind wird»

PTA Lehrakademie Köln

Tafel statt HV – Dozentin an der PTA Schule»
Erkältungs-Tipps

Internationale Erkältungstipps

Grappa-Milch und Hot-Toddy: Hausmittel aus fernen Ländern»

Abwehrkräfte

Immunsystem: Der wichtigste Schutzschild»

Nasenschleimhaut

Winter: Stress für die Nase»