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Warnhinweis: 1743 Analgetika betroffen

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Berlin -

Etwa zwei Jahre ist es her, dass das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Entwurf zur Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (Analgetika-WarnhV) vorgelegt hat. Dieser ist nun in den finalen Zügen. Das Ergebnis wird in Kürze erwartet.

Analgetika würden zu oft und über einen zu langen Zeitraum angewendet. Überdosierungen und die längerfristige Einnahme der freiverkäuflichen Schmerzmittel mit Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Naproxen, Phenazon und Propyphenazon zur oralen und rektalen Anwendung, können mit schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen verbunden sein. Ein tödlicher Ausgang durch Blutungen, Perforationen oder Ulcera im Magen-Darm-Trakt, Schlaganfälle, Leber- oder Nierenschäden sei ebenfalls möglich.

Anwender würden zwar in den Produktinformationen entsprechende Warnhinweise und Kontraindikationen finden, Studien zeigten jedoch, dass Verbraucher diese nicht ausreichend beachten. In Deutschland würden ein Fünftel der Frauen und etwa ein Drittel der Männer, die länger als vier Tage ein OTC-Analgetikum einnehmen, die Anwendungsempfehlung nicht kennen.

Das BMG hat zur Risikobegrenzung einen Entwurf zur Analgetika-WarnhV vorgelegt. Stimmen die Experten dem Entwurf zu, müssen OTC-Analgetika mit den oben aufgeführten Wirkstoffen künftig auf der Umverpackung einen Warnhinweis enthalten. Dieser soll Verbraucher darauf hinweisen, dass die Arzneimittel ohne ärztlichen Rat bei Fieber nicht über einen Zeitraum von drei Tagen hinaus angewendet werden sollen. Die Schmerzbehandlung sollte vier Tage nicht überschreiten.

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