Scmerzmittel im Amateurfußball

Correctiv startet Analgetika-Erhebung APOTHEKE ADHOC, 01.02.2020 08:46 Uhr

Berlin - Spätestens seit dem Fall von Ivan Klasnić ist der Öffentlichkeit bekannt, dass es im Profifußball ein Problem mit Schmerzmittelmissbrauch gibt. Allerdings gibt es auch Hobbyfußballer, die Analgetika häufiger als geboten zu sich nehmen – und sich damit eventuell schaden. Das Recherchenetzwerk Correctiv will nun herausfinden, wie groß dieses potentielle Problem ist.

Klasnićs Fall war besonders drastisch und lenkte deshalb bereits vor Jahren die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein zuvor kaum beachtetes Problem: Beim damaligen Werder-Bremen-Stürmer war im Jahr 2002 eine leichte Niereninsuffizienz festgestellt worden. Dennoch erhielt er weiter kontinuierlich große Mengen des Schmerzmittels Diclofenac – schließlich musste er funktionieren, stets einsatzbereit sein. Vier Jahre später erhielt er dafür die Rechnung, seine Nieren waren kaputt, im Dezember 2006 fiel die Entscheidung zur Nierentransplantation.

Daraufhin entspann eine Diskussion über die Rücksichtnahme auf die Gesundheit von Profifußballern in der Bundesliga. Ein ehemaliger Arzt der deutschen Nationalmannschaft sagte den Medien damals, Schmerzmittel würden im Profifußball „wie Smarties“ eingenommen. Mittlerweile warnt auch der Deutsche Fußballbund (DFB) auf seiner Internetpräsenz vor Schmerzmittelmissbrauch: Auf einer Infoseite für Trainer informiert er auch Amateurtrainer über die Gefahren exzessiven Analgetikakonsums. „Viele Sportler versuchen, anfallende Erholungszeiten durch Medikamente zu beschleunigen, wenn nicht sogar zu umgehen“, heißt es dort. „Die Motivationslage ist verständlich – sie wollen weiterhin am Ball bleiben – doch die Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden.“

Zwar sind entzündungshemmende Medikamente wie Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen rezeptfrei erhältlich – doch bei zu langer Einnahme können sie zu Leber- und Nierenschäden führen, warnt der DFB. „Sie als Trainer sollten diese Problematik im Blick haben!“, rät er Trainern. „Spieler denken oft nur sehr kurzfristig, haben ihren Stammplatz im Blick oder lassen sich von falschem Ehrgeiz leiten. Hier ist es Ihre Verantwortung, den Sportler vor sich selbst zu schützen. Der langfristige Konsum von Schmerzmitteln birgt für die Spieler mehr Gefahren, als sie effektiven Nutzen daraus ziehen können.“ Deshalb gelte: „Der Einnahme von Schmerzmitteln grundsätzlich kritisch gegenüberstehen!“

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