Migräne-Prophylaxe

Vier Antikörper gegen Migräne APOTHEKE ADHOC, 04.08.2018 08:53 Uhr

Berlin - Alltagskiller Migräne: Eine Attacke kommt anfallsartig mit pochenden oder pulsierenden Schmerzen. Die einseitigen Schmerzen können zwischen vier und 72 Stunden andauern und den Alltag unmöglich machen. Wer unter chronischer Migräne leidet, kämpft an mehr als 15 Tagen pro Monat mit dem primären Kopfschmerz. Die Prophylaxe beschränkte sich bislang auf die Vermeidung von Triggern oder Wirkstoffe wie Propranolol und Amitriptylin, die eigentlich nicht dafür entwickelt wurden. Hoffnung versprechen speziell entwickelte Antikörper. Mit Erenumab hat der erste Vertreter vor wenigen Tagen die EU-Zulassung erhalten. Drei weitere sind in der Pipeline. Ein Überblick.

Erenumab ist der erste monoklonale Antikörper, der unter dem Namen Aimovig (Amgen) die EU-Zulassung erhalten hat. Er kann bei Patienten mit chronischer Migräne die Zahl der auftretenden Attacken und somit den Schmerzmittelgebrauch reduzieren. Der Wirkstoff greift gezielt am Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-Rezeptor an, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne maßgeblich beteiligt ist. CGRP ist ein Botenstoff, der vermehrt bei einer Migräneattacke freigesetzt wird und als Entzündungsprotein bei Migräne eine zentrale Rolle spielt. Das proinflammatorische Neuropeptid ist eine der stärksten gefäßerweiternden endogenen Substanzen und maßgeblich an der Entstehung der Migräne beteiligt. Außerdem gilt das Peptid als Entzündungsmediator. Im Zentralnervensystem ist CGRP an der Regulation der Körpertemperatur beteiligt und moduliert die Schmerzübertragung.

Für die Akutbehandlung einer Migräneattacke ist der Arzneistoff nicht geeignet. Die Antikörpertherapie ist zur Migräne-Prophylaxe bei Erwachsenen, die mindestens an vier Tagen pro Monat an einer Attacke leiden, indiziert. Die Antikörpertherapie wird einmal monatlich injiziert. Wirksamkeit und Sicherheit wurden in verschiedenen Studien bestätigt.

Galcanezumab, Fremanezumab und Eptinezumab sind weitere Vertreter der CGRP-Antikörper. Sie sind bislang noch nicht zugelassen, stehen jedoch kurz vor der Markteinführung. Lilly erwartet für Galcanezumab eine Zulassung im Oktober, Teva hofft für Fremanezumab auf eine Marktzulassung im September. Anders als Erenumab greifen die Wirkstoffe nicht am CGRP-Rezeptor an, sondern nehmen gezielt Einfluss auf das Neuropeptid. Durch Bindung an CGRP kann das Neuropeptid nicht mehr mit dem dazugehörigen Rezeptor interagieren.

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