Fernsehbeitrag

WDR Lokalzeit: Apotheker erklärt Lieferengpässe

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Berlin -

Für Apothekenmitarbeiter ist es trister Alltag: Gängige Schmerzmittel und dringend benötigte Notfallmedikamente fehlen teilweise schon seit Monaten. Der WDR nahm sich des Themas in einer „Lokalzeit“ an.

Das TV-Format „Lokalzeit OWL“ vom WDR hat sich in der vergangenen Woche Lieferengpässen gewidmet. Apotheker Dr. Manfred Kesselmeier agiert dabei als Sprachrohr seiner Kollegen im Kreis Paderborn und darüber hinaus. Auch der Inhaber von drei Apotheken in der Stadt Paderborn ist von der Flaute betroffen: Bei ihm fehlen laut Defektliste knapp 200 Positionen.

Als Beispiel für die derzeit nicht verfügbaren Präparate wird Ibuprofen in der Stärke 800 mg genannt. Dieses bekommt er aktuell nur von einem Hersteller. Fünf bis sechs Packungen Bedarf müssen Kesselmeiers Apotheken aber täglich abdecken. Doch dem kann derzeit kaum einer gerecht werden. Dazu kommt der dadurch entstehende Mehraufwand, auch in Bezug auf die Kommunikation mit der Ärzteschaft.

Die Gründe für die Lieferengpässe werden in einer weiteren Szene erläutert: Zum einen sind da die Krankenkassen mit ihren Rabattverträgen und die damit entstehende Produktionsverminderung. Zum anderen der Ausfall von Herstellern. Wenn zudem noch günstig exportiert wird, ist ein Lieferengpass komplett. Der WDR versucht, die Thematik auch für Laien verständlich zu gestalten und somit die Apotheken eher als Hilfe statt als Auslöser der Problematik, wie es oft in den Köpfen verankert ist, darzustellen.

In einem weiteren Format des WDR musste Kesselmeier im „Hier und heute Studio“ Frage und Antwort stehen. Hier wurde vier Tage später das Thema noch einmal verbraucherfreundlich behandelt: In der Art einer Talkshow berichtet Kesselmeier über Verhalten und ergriffene Maßnahmen in solchen Situationen im Apothekenalltag. Er erläutert, dass die Probleme nicht eine bestimmte Packung, sondern die Wirkstoffe betreffen.

„Das ist politisch gewollt“, antwortet Kesselmeier auf die Frage des Moderators, wie solche Lieferengpässe entstehen. Nochmals wird der Begriff Rabattverträge erläutert. „Wir sind ein zivilisiertes Land. Und es ist einfach unbegreiflich, dass wir solche Engpässe hier haben“, so Kesselmeier.

Seine Lösung gegen Engpässe wären Änderungen in der Politik: Die Aufhebung der Rabattverträge, um weiteren Firmen die Möglichkeit der Produktion und damit verbundene Liefermöglichkeiten zu eröffnen. Deutlich zeigt sich auch Kesselmeiers Haltung gegenüber Versandapotheken. Auf die Frage des Moderators, ob es nicht sinnvoll wäre, sich bei Engpässen an diverse Online-Apotheken zu wenden, gibt er schnell die richtige Antwort: Eine wohnortnahe Versorgung sei immer verbunden mit der wohnortnahen Versorgung durch den Arzt. Apotheken hätten hier bessere Möglichkeiten der Kommunikation. Auch nach Dienstschluss wird sich in Paderborn noch ins Zeug gelegt, um den besten Weg für den Patienten zu finden. „Bei einer Online-Apotheke dürfte das schwierig sein“ , so Kesselmeier.

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