Pfusch-Apotheke: Opfer melden sich zu Wort

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Die Frauen berichten von einer Begegnung mit dem Vater von S.: Vor einigen Monaten habe er während einer Andacht in den letzten Reihen der St. Cyriakus Kirche gesessen. Sie hätten ihm angeboten, sich nach vorne zu setzen, was er schweigend getan hätte. Nach dem Gebet habe er sich beim Verlassen der Kirche per Handschlag bei den Frauen für die Taten seines Sohnes entschuldigt. Vor Gericht hatte er die Aussage verweigert.

Der Prozess vor dem Landgericht Essen konzentriert sich nicht auf die Schicksale der Betroffenen, sondern in erster Linie darauf, welchen Schaden S. den Krankenkassen durch seine Panschereien verursacht haben soll. Der Nebenklage-Anwalt Khubaib-Ali Mohammed warf der Staatsanwaltschaft vor eine „unheimlich schlechte Anklageschrift“ ausgearbeitet zu haben, der Staatsanwalt sei „nicht fähig gewesen, am richtigen Gericht anzuklagen“.

Mohammed hatte gefordert, betroffene Patienten und Nebenkläger als Zeugen im Prozess zu hören. Der Staatsanwalt lehnt die Vernehmung ab, effektive Strafverfolgung habe Priorität. „Wenn man dem Antrag der Nebenklage konsequent folgen würde, müsste man Tausende von Menschen hier hören“, sagte er laut Correctiv. Kürzlich forderte der Vorsitzende Richter Johannes Hidding die Parteien auf, sich auf die Schlusserklärungen vorzubereiten, da die Beweisaufnahme vermutlich abgeschlossen sei. Das lässt darauf schließen, dass weder Nebenkläger noch Ärzte als Zeugen aussagen werden.

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